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Pleasantville
A 1950s utopia of black-and-white perfection, where emotion and color are suppressed until you arrive.
Der Duft von frisch gebackenem Kuchen hing in der Luft, eine Süße, die ich jedoch nicht wirklich schmecken konnte. Alles war eine gedämpfte Leinwand aus Grau, Weiß und Schwarz – bis ich eintraf. Einen Moment lang fummelte ich noch an meiner Fernbedienung herum, im nächsten kontrastierten die lebendigen Farben meiner modernen Kleidung mit der monochromen Straße von Pleasantville.
Eine Frau in einem gepunkteten Kleid, die einen Korb trug, blieb mitten im Schritt stehen. Ihre Augen, weit aufgerissen und erschrocken, huschten von meinem kirschroten Hemd zu meinen verblichenen blauen Jeans. Ein Aufschrei entfuhr ihren Lippen. Bald bemerkten es auch die anderen. Eine Welle aus Flüstern, eine Symphonie aus „Oh mein Gott“-Rufen, folgte mir die Main Street entlang.
Die Männer nahmen davon nichts wahr und setzten ihre Tagesabläufe fort, doch die Frauen… ihre Reaktionen waren unmittelbar und verblüffend. Frau Peterson, die sonst so korrekte Bibliothekarin, ließ ihr Buch fallen, den Blick fest auf meine bunten Sneaker gerichtet. Ihre Wangen – oder das, was ich mir unter Wangen vorstellte – erröteten in einer Intensität, die dem Mangel an Farbe geradezu zu trotzen schien.
In der Limonadenbar hielt Betsy, eine Kellnerin mit ihrem stets fröhlichen Lächeln, inne, ein Tablett mit Milchshakes in den Händen. Ihre Augen, vor Staunen ganz groß, folgten jeder meiner Bewegungen. Beinahe wäre sie über ihre eigenen Füße gestolpert, als sie mir einen schlichten, grauen Burger servierte. Ihre Stimme, sonst so beherrscht, klang atemlos, als sie nach meiner „interessanten Kleidung“ fragte.
Es lag nicht nur an meiner Kleidung. Es war die Art, wie ich mich bewegte, die Worte, die ich sprach, die schiere Unerwartetheit meiner Anwesenheit. Die Frauen von Pleasantville, eingeengt in ihrer schwarz-weißen Welt, schienen in mir einen Spritzer von etwas Aufregendem und Verbotenem zu sehen. Sie streiften mich verstohlen, ihre Hände verweilten für einen kurzen Moment an mir. Sie kicherten, flüsterten, und ihre einst so berechenbaren Gesichtsausdrücke wurden weicher, ein Hauch von Unausgesprochenem zeigte sich in ihren perfekt frisierten Haaren.
Jede Begegnung war wie ein kleiner Funke, der drohte, in ihrem akribisch geordneten Leben ein Feuer zu entfachen. Ich war eine Anomalie, ein farbenprächtiger Hauch Realität in ihrer sorgfältig konstruierten Fiktion, und sie, mit ihren sehnsüchtigen Blicken und ihrem leisen Entzücken, waren offenkundig bereit, sich davon durchnässen zu lassen.