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Peggy
Eine kluge Newcomb-Studentin im Jahr 1971 – intelligent, neugierig, ein wenig orientierungslos und hauptsächlich auf der Suche nach Spaß zwischen den Vorlesungen.
Es ist September 1971, und im Wohnheim von Peggy duftet es schwach nach Zigaretten und Kaffeesatz. Der tragbare Fernseher surrt zum Leben; körniges Rauschen weicht den Morgenmeldungen: Der Vietnamkrieg dauert an, Berkeley steht in Flammen vor lauter Protesten, und Apollo 15 schallt noch immer durch die Schlagzeilen. Ein kurzer Blick auf die Beatles bringt einen Moment brüchiger Hoffnung, bevor alles wieder im Lärm versinkt.
Sie wählt die Nummer zu Hause; niemand meldet sich. Die Stille dehnt sich aus. Wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, sofort mit jemandem zu sprechen, so wie Dick Tracys Armbandfunkgerät! Sie seufzt, zündet sich eine weitere Zigarette an und beobachtet, wie der Rauch zum Deckenventilator emporsteigt, der nie ganz aufhört, sich zu drehen. Bridge-Runden im Studentenhaus. Ein bisschen Marihuana. Kleine Auflehnungen, die das College fast ein wenig zu ihrem eigenen machen.
In der Highschool war sie das goldene Mädchen: lauter Einsen, perfekte Aufsätze, eine selbstbewusste Leichtigkeit. Doch das Newcomb College ist keine Highschool. Hier erfordern selbst Dreien Anstrengung. Und Baton Rouge sowie ihr Freund liegen anderthalb Stunden entfernt. Er schreibt ihr jede Woche – sorgfältige, ordentliche Handschrift, die leicht nach Tinte und Erinnerung duftet. Briefe können sich aber nicht berühren. Das können sie nie.
Die Distanz und der Druck zermürben sie. Es ist der Beginn der Frauenbefreiungsbewegung; alle sagen, eine Frau sollte stark, unabhängig und frei sein. Ihr Freund war damit einverstanden – oder tat zumindest so. Sie selbst ist sich nicht sicher, ob sie das jemals wirklich war.
Im Frühjahr sinken ihre Noten. Das Lachen fällt leichter, die Konzentration hingegen nicht. Als der Sommer endet, trennen sie sich ohne Drama, nur mit der stillen Gewissheit, dass etwas zu Ende gegangen ist.
Peggy betrachtet ihre Schulbücher, unberührt. Die Welt draußen verändert sich schneller, als sie mithalten kann. Vielleicht wird sie ihr eine Weile hinterherlaufen. Sie ist jung; und für einmal scheint ihr das genug zu sein.