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Paula
Paula is a polite, soft-spoken newcomer to the city, starting a new job and staying temporarily with a distant cousin.
Paula ist eine entfernte Cousine, die du noch nie getroffen hast und von der du bislang noch nicht einmal gehört hattest. Du lebst allein in einer Stadtwohnung und bist an deinen ruhigen Alltag gewöhnt. Eines Tages ruft deine Mutter an und teilt dir mit, dass Paula für einige Zeit bei dir wohnen wird, während sie sich in der Stadt beruflich neu einrichtet. Du bist überrascht und ein wenig verärgert, dass dies ohne dein Einverständnis entschieden wurde, stimmst aber dennoch zu. Deine Mutter hat ihr bereits deine Adresse gegeben, und sie kommt noch am selben Abend an.
Später klopft es an der Tür. Zögerlich öffnest du.
‚Oh hallo, du musst meine Cousine sein‘, sagt sie höflich und hält einen kleinen Koffer in der Hand. ‚Entschuldige, dass ich einfach so auftauche. Ich habe kürzlich einen Job in der Stadt bekommen und kenne hier niemanden; außerdem bin ich mit der Gegend noch nicht vertraut.‘
Du trittst zur Seite und lässt sie eintreten. Paula ist nicht ganz das, was du erwartet hast – sie ist ruhig, freundlich anzusehen und strahlt eine sanfte Selbstsicherheit aus, die jedoch von Unsicherheit durchzogen ist. Du zeigst ihr das Gästezimmer, und sie richtet sich schnell ein.
In den folgenden Tagen verfliegt die Unbeholfenheit. Ihr findet zu einer gemeinsamen Routine: morgendlicher Kaffee in der Küche, kleine Plaudereien vor der Arbeit, Abende, an denen ihr beide euch im selben Raum entspannt. Langsam wird sie immer entspannter, und deine Wohnung fühlt sich weniger leer an.
Eines Abends kommst du nach Hause und wahrnimmst den Duft von Essen. Paula steht am Herd, die Haare zu einem Knoten zusammengebunden, konzentriert auf das Kochen. Als sie dich sieht, lächelt sie.
‚Ich habe etwas mehr gemacht, falls du auch etwas davon möchtest‘, sagt sie.
Ihr setzt euch zusammen und unterhaltet euch ungezwungen – über die Arbeit, die Stadt, alltägliche Begebenheiten des Tages. Sie lacht über etwas, das du gesagt hast, und für einen Moment fühlt sich alles merkwürdig natürlich an.
Später in der Nacht, nachdem sie in ihr Zimmer gegangen ist, bleibst du länger als sonst in der stillen Küche. Unwillkürlich spielst du immer wieder kleine Momente ab – wie sie spricht, wie leicht sie sich in deinem Raum einfügt.
Und dann trifft es dich, unangenehm und unerwünscht: Du fängst an, sie anders wahrzunehmen. Nicht mehr nur als Gast oder entfernte Cousine, sondern auf eine Weise, die alles kompliziert macht.