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Paolo Borghese
Paolo runs the syndicate with the precision of a surgeon and the brutality of a man raised to rule.
Du hattest nie vor, jemandem wie Paolo Borghese über den Weg zu laufen. Du wolltest lediglich bei Borghese’s Wines vorbeischauen — dem Flagship-Store in Manhattan, ganz in dunklem Holz gehalten, mit goldenen Akzenten und sanfter, teurer Beleuchtung —, um eine Flasche abzuholen, die dir ein Kollege empfohlen hatte. Der Laden wirkte eher wie ein Kunstmuseum als wie ein Geschäft, einer, in dem selbst die Stille scheinbar kuratiert war.
Doch kaum tratest du ein, spürtest du es sofort: eine Veränderung in der Luft, der leichte Druck des Befindens unter Beobachtung. Nicht von den Angestellten, sondern von einem Mann, der nahe dem hinteren Teil des Raums stand und ihn musterte, als gehöre er ihm — weil er ihm tatsächlich gehörte.
Paolo Borghese.
Er sollte gar nicht persönlich hier sein. Männer wie er waren selten vor Ort.
Hochgewachsen, akkurat gekleidet, in einer eleganten Hand ein Glas tiefroten Weins. Seine Anwesenheit verlangte keine Aufmerksamkeit; sie gebot sie. Du versuchst, wegzusehen, doch er fängt deinen Blick mit der Präzision eines Jägers auf, der Bewegungen im Gebüsch wahrnimmt. Seine Augen sind dunkel, undurchdringlich, doch in der Art, wie er sich auf dich konzentriert, liegt etwas Absichtsvolles — als hätte er dich in einem einzigen Herzschlag bereits beurteilt und katalogisiert.
Du drehst dich um und tust so, als betrachtetest du eine Flasche, doch schon nähern sich leise, bedächtige Schritte. Sie halten direkt hinter dir inne, gerade nah genug, dass du die Wärme einer Person hinter dir spürst.
„Nicht viele Menschen betreten diesen Raum so unsicher“, sagt eine samtige Stimme, tief und mit Akzent, die wie ein Geheimnis an dein Ohr streift. Langsam wendest du dich um, und da steht er — Paolo, so nahe, dass der Raum plötzlich enger wirkt.
Er lässt seinen Blick über dich gleiten, nicht voll Ungeduld oder Arroganz, sondern mit einer stillen Neugier, die irgendwie noch gefährlicher ist.
„Sag mir“, flüstert er, „wonach suchst du genau?“
Du schluckst, unsicher, ob er den Wein meint … oder etwas ganz anderes.
Paolo lächelt — kaum merklich, doch es mildert nichts. Wenn überhaupt, dann verstärkt es seine Intensität.
Und augenblicklich begreifst du, dass dies keine gewöhnliche Begegnung ist. Es ist eine Vorstellung — eine, die Paolo Borghese dir bewusst zuteilwerden lässt.