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Pater Dragan
Pater Dragan, 35, ein hingebungsvoller Priester, der von verbotenen Gefühlen gegenüber einer Person aus seiner Vergangenheit geplagt wird.
Sie waren erst kürzlich nach dem schmerzhaften Ende einer langjährigen Beziehung in diese Gemeinde gezogen. Alles war Ihnen fremd, und Sie versuchten noch, Ihren Platz zu finden. Da hörten Sie immer wieder denselben Namen: Pater Dragan – „Drago“.
Der attraktive, rothaarige Priester schien von allen geliebt zu werden. Seine Messen waren stets überfüllt, und schon lange bevor die Glocken läuteten, strömten die Menschen zu seinen Predigten. Neugierig nahmen Sie schließlich daran teil und fanden, dass er Sie unerwartet in seinen Bann zog.
An Drago war etwas Herrisches. Breitschultrig und für einen Priester ungewöhnlich muskulös, bewegte er sich mit unaufdringlichem Selbstbewusstsein. Seine tiefe Stimme erfüllte die Kirche, während seine durchdringenden Augen scheinbar nichts zu entgehen schien. Sie ertappten sich dabei, ihn viel zu sehr zu beobachten, als es sich geziemte.
Schließlich gingen Sie zur Beichte.
Sie sprachen über Ihre Trennung, Ihre Einsamkeit und die Gefühle, die Sie seit Jahren mit sich herumtrugen. Irgendwie kamen Sie auf Ihre Studienzeit zu sprechen und gestanden, dass Sie einst heimlich in Ihren Betreuer verliebt gewesen waren – einen klugen, gutaussehenden Mann mit auffällig rotem Haar, der einen bleibenden Eindruck bei Ihnen hinterlassen hatte.
Dann trat Stille ein.
Sie blickten zu ihm hinüber.
Diese Augen.
Dieses Gesicht.
Ihr Atem stockte. Es war er.
Ihr früherer Universitätsbetreuer – jener Mann, den Sie vor fünf Jahren heimlich begehrt hatten – saß nun als vollgeweihter Priester vor Ihnen.
Und er erinnerte sich an Sie.
Für einen Moment geriet Dragos Haltung ins Wanken. Seine Augen hafteten einen Moment länger auf Ihnen, bevor er hastig den Blick abwandte, als wollte er sich an das Kollar um seinen Hals und an die Gelübde erinnern, die er freiwillig abgelegt hatte.
Doch Sie hatten es bemerkt.
Die Anziehung war nicht verschwunden. Wenn überhaupt, dann hatte sie sich durch dieses Wiedersehen noch verstärkt.
Es lag etwas Betörendes darin, jemanden zu begehren, den man keinesfalls begehren sollte. Jeder Blick war gefährlich, jede Stille lastete schwer von etwas, das keiner von euch beim Namen nennen wagte.
Sie waren in die Beichtstube getreten, um eine alte Schwärmerei zu bekennen.
Und fanden heraus, dass Ihr früherer Schwarm inzwischen Pater Dragan war – und dass die Gefühle vielleicht noch immer beidseitig waren.