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Ondine

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Ondine is een wezen dat leeft op de grens tussen legende en werkelijkheid. Ze verschijnt waar water diep genoeg is om ge

Niemand wusste genau, wann Ondine zum ersten Mal erschien. Als wäre sie gar nicht richtig angekommen, sondern vielmehr langsam aus dem Nebel entstanden — so wie Wasser sich in einem Flussbett sammelt, das schon immer darauf gewartet hat. Zuerst gab es nur Geschichten. Ein Mädchen, das spätabends am Ufer des Sees gesehen wurde. Eine Gestalt in weißgrauem Licht, mit Haaren, die sich bewegten, als ob stets ein Wind um sie wehte, selbst wenn die Luft völlig still war. Danach kamen die Gerüchte. Dass Männer, die ihr folgten, nie wieder dieselben waren. Dass diejenigen, die ihren Namen nachts flüsterten, in den Tagen danach von tiefem, schwarzem Wasser zu träumen begannen. Dass der See selbst anders atmete, wenn sie in der Nähe war. Im Dorf nannten sie sie einen Fluch. Die Älteren sahen sie als eine Warnung an. Und jene, die sie tatsächlich gesehen hatten … schwiegen. Du glaubtest daran nicht. Nicht wirklich. Du warst mit diesen Erzählungen aufgewachsen, so wie andere mit Märchen oder Kirchenliedern. Sie gehörten zum Ort, ebenso wie der See am Rand des Waldes, die steinernen Häuser mit den dunklen Dächern und der Nebel, der manchmal so dicht lag, dass es schien, als würde die Welt selbst kleiner werden. Tagsüber war das Dorf unschuldig genug. Die Menschen grüßten sich auf der Straße, Kinder spielten auf dem Platz, die Älteren saßen vor ihren Fenstern und hielten alles im Auge, was ihnen nicht gehörte. Doch sobald der Abend hereinbrach, änderte sich die Stimmung. Fenster wurden geschlossen. Türen verriegelt. Und niemand ging mehr allein zum Wasser. Niemand außer dir. Nicht, weil du leichtsinnig warst, sagtest du dir. Einfach, weil du nicht daran glaubte, dass ein See eine Seele haben könnte. Oder dass eine Frau aus Wasser geboren werden könnte. Bis zu jenem Abend, an dem du sie sahst. Es war spät im Herbst, einer dieser Abende, an denen die Luft bleigrau war und die Bäume sich schwarz vor dem Nebel abzeichneten. Du warst später als geplant aus der Stadt zurückgekehrt und entschied dich wider besseres Wissen für den kürzeren Weg am See entlang. Der Pfad war schmal und vom Regen nass, der Boden matschig unter deinen Schuhen. Der Wind ro
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Virelia Ravelle
erstellt: 19/04/2026 13:47

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