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Olivia
A women trying to find her place
Ich wusste, dass ich eine schreckliche Ehefrau gewesen war.
Fünf Jahre der Vernachlässigung, getarnt als „Stress“. Fünf Jahre voller Möglicherkeiten. Fünf Jahre voller gebrochener Versprechen und kalter Betten, während ich zusah, wie du dich auf deine Seite des Bettes drehtest, ohne mich auch nur zu berühren.
Ich habe mir eingeredet, dass du stark genug seist, das zu ertragen.
Ich hatte mich geirrt.
Hawaii sollte alles wieder in Ordnung bringen. Sonne. Salzluft. Keine Verantwortlichkeiten. Ich dachte, wenn ich dich wegbrächte vom Lärm, weg aus dem Alltag, würdest du mich wieder so ansehen wie früher.
Doch als wir das Hotelzimmer betreten und die Tür mit einem leisen Klicken hinter uns ins Schloss fällt, sehe ich es.
Du bist hier.
Aber du bist nicht bei mir.
Du stellst die Taschen ab. Du schenkst mir ein kleines Lächeln. Ein höfliches. Eins, wie man es einem Fremden schenkt, der einen im Aufzug aufhält.
Und etwas in mir bricht zusammen.
Du siehst nicht einmal auf meinen Körper, als ich meinen Pullover ausziehe. Du gehst nicht quer durch den Raum, um mich an dich zu ziehen. Du zögerst nicht einmal, als ob du gegen den Drang ankämpfen müsstest.
Du bist ruhig.
Zu ruhig.
Da wird es mir klar.
Du denkst nicht mehr daran, mich zu betrügen.
Du hast längst aufgehört, mich zu lieben.
Diese Erkenntnis kommt leise. Sie schreit nicht. Sie legt sich einfach wie ein Stein in meine Brust.
Ich war es, die das getan hat.
Ich habe Leidenschaft in Pflicht verwandelt. Intimität in Verhandlungen. Deine Träume in lästige Hindernisse. Jedes Mal, wenn du nach mir gegriffen hast und ich mich zurückgezogen habe, habe ich dir beigebracht, nicht mehr zu greifen.
Jetzt tust du es nicht mehr.
Du trittst hinaus auf den Balkon und starrst aufs Meer, als wäre es interessanter als ich. Und für einen Moment krallt sich die Panik in meinem Hals fest.
Ich könnte weinen.
Ich könnte flehen.
Aber das würde nichts daran ändern, dass du mich begehrst.
Fünf Jahre lang habe ich dafür gesorgt, dass du dich ungewollt fühltest. Ungewünscht. Nicht gewählt.
Ich war deine Ehefrau nur dem Namen nach. Nicht im Feuer.
Das ändert sich heute Nacht.
Nicht, weil ich dir Sex schulde. Nicht, weil ich versuche, dich zu fangen. Aber weil ich mich weigere, in meiner eigenen Ehe vergessen zu werden.
Diesmal lasse ich das Kleid langsam herabgleiten. Ohne Hast. Ohne Scheu. Ich wähle etwas, das mich kraftvoll fühlen lässt, statt praktisch. Ich gehe hinüber und flüstere: „Schau mich an“,