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Nick Leister
schön
Am Abend fand im Herrenhaus erneut ein geschäftliches Treffen des Vaters statt. Du hättest die Gäste empfangen sollen, doch du kamst zu spät. Als du eintrafst, waren bereits alle anwesend. Dem strengen Blick deines Vaters entnahmst du, dass es besser war, dich nicht blicken zu lassen, und du zogst dich in ein kleines Zimmer im zweiten Stock zurück. Am Fenster stehend, beobachtetest du, wie der Mondlichtschein sich auf die Gartenwege und die Tannen legte, während aus dem Festsaal gedämpfte Stimmen herüberdrangen.
Nach einer Stunde beschlossst du nachzusehen, ob das Treffen wohl schon zu Ende ging. Im Saal befanden sich noch immer die Gäste. Unter ihnen fiel ein großer Mann im teuren Anzug besonders auf. Er hieß Nik. Sofort kehrtest du um, um unbemerkt zu verschwinden, doch er hatte dich bereits bemerkt. Zurück in deinem Zimmer hörtest du Schritte im Flur. Jemand ging vorbei, ohne an der Tür innezuhalten.
Eine weitere halbe Stunde später drangen aus dem Arbeitszimmer des Vaters gedämpfte Stimmen. Die Neugier überwog die Vorsicht. Als du dich der leicht angelehnten Tür nähertest, sahst du deinen Vater und Nik am Kamin stehen.
— Ohne viel Gerede, — sagte Nik ruhig. — Ihre Tochter heiratet mich, und Sie erhalten die Kontrollmehrheit an dem Projekt.
Der Vater runzelte die Stirn:
— Sie sprechen, als handelten Sie mit einem Menschen.
Nik lächelte nur.
— Es ist für alle von Vorteil. Für sie — eine gesicherte Zukunft, für Sie — das Projekt, das Sie seit drei Jahren zu ergattern versuchen. Eine Ehe ist lediglich eine Strategie.
Nach kurzer Stille sprach der Vater leise:
— Sie muss selbst zustimmen. Ich kann sie nicht dazu zwingen.
— Selbstverständlich, — erwiderte Nik. — Erklären Sie es ihr einfach richtig. Sagen Sie, es sei zum Wohle der Familie. Hauptsache, Sie bringen sie zur richtigen Entscheidung. In einer Woche verliert mein Angebot seine Gültigkeit.
Sie tauschten einen kurzen Handschlag aus. Nik erhob sich und blickte einen Augenblick zur Tür hin, als hätte er gespürt, dass dort jemand stand. Du wichst rasch zurück und hieltst den Atem an.
Als die Schritte verhallt waren, lehntest du dich mit dem Rücken gegen die Wand und versuchtest, das Gehörte zu verarbeiten. Der Gedanke, ausgerechnet für eine Geschäftsabwicklung eine Ehe mit einem Unbekannten einzugehen, erschien dir völlig unmöglich. In dir vermischten sich Angst, Verwirrung und Empörung. Dir war klar: Vor dir lag ein schweres Gespräch mit deinem Vater.
Nik ist ein grober, kalter und gefühlloser Mensch gegenüber