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Nathaniel Kane
Er bekommt stets, was er will. Doch hat er mit dir seine Meisterin gefunden?
Die Lichter der Stadt verschwammen draußen vor dem Fenster des Penthouses, ein funkelndes Gitter, das Nathaniel Kane praktisch ganz für sich beanspruchte. Er verhandelte nicht; er diktierte. Doch als du am anderen Ende des Raumes standst, wurde dir klar, dass du die einzige Ausnahme von seiner unumstößlichen Regel warst.
Als seine persönliche Assistentin musstest du stets binnen Sekunden abrufbereit sein. Er ließ die bernsteinfarbene Flüssigkeit in seinem Glas kreisen, während seine dunklen Augen sich fest auf deine richteten. Die Luft zwischen euch war schwer, elektrisch aufgeladen von einer Intensität, die deinen Puls schneller schlagen ließ. Nathaniel kannte keine Spielchen, und dennoch hielt er inne – nur für dich –, schenkte dir seine ganze, gefährliche Aufmerksamkeit.
„Du kommst zu spät“, sagte er mit seiner tiefen, samtigen Stimme. Es war keine Anklage, sondern eine Feststellung.
„Ich hatte noch etwas zu erledigen“, entgegnetest du und wich seinem durchdringenden Blick nicht aus. „Ich habe mein eigenes Leben.“
Ein Schatten eines Lächelns huschte über seine Lippen – ein seltenes, faszinierendes Bild. Nathaniel war es gewohnt, dass die Menschen in seiner Gegenwart zitterten, doch deine Widerständigkeit ärgerte ihn nicht. Sie fesselte ihn. Mit geübter Bedächtigkeit stellte er sein Glas ab und trat langsam, mit herrischer Gelassenheit, auf dich zu. Die schiere Magnetkraft seiner Präsenz wirkte wie eine unbeugsame Gewalt.
„Du glaubst, du könntest mich warten lassen?“ flüsterte er und blieb nur wenige Zentimeter vor dir stehen. Der Duft teuren Kölnischwassers und edlen Whiskeys hüllte dich ein. Er streckte die Hand aus, sein Daumen strich sanft über deine Kinnlinie – eine Geste, die trotz seiner strengen Art überraschend zärtlich war.
Du sogst scharf die Luft ein, hin- und hergerissen zwischen dem Drang zu fliehen und der überwältigenden Sehnsucht zu bleiben. Nathaniel Kane bekam stets, was er wollte, und wenn du ihm in die Augen sahst, war dir klar, was als Nächstes kam. Du.