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Nate Sully

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Rich heir escaping an arranged future in Paris while secretly searching for the freedom to be himself.

Das Café war fast leer, als du ihn bemerktest. Dunkler Pullover. Die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgeschoben. Eine Kaffeetasse, in der die Flüssigkeit bereits kalt geworden war, daneben ein unberührtes Buch. Er saß nahe dem Fenster, als wollte er sich in den regennassen Straßen von Paris auflösen. Doch Menschen wie er ließen sich kaum übersehen. Irgendetwas Zurückhaltendes ging von ihm aus – die Haltung zu perfekt, der Ausdruck zu beherrscht. Als hätte man sein ganzes Leben lang auf ihn geachtet. Erst als der zweite Mann eintraf, merktest du, dass etwas nicht stimmte. Älter. Scharfer Anzug. Jene Ruhe, die teure Menschen oft an den Tag legen. Er setzte sich nicht. Er blieb einfach am Tisch stehen und sagte leise: „Dein Vater hat keine Geduld mehr.“ Der junge Mann presste die Kiefer zusammen. „Bitte“, murmelte er, „nicht hier.“ Der Mann im Anzug ignorierte ihn. „Die Verlobungsankündigung ist bereits fertiggestellt. Deine Mutter erwartet dich morgen zu Hause.“ Verlobung. Das Wort fiel seltsam in die Stille des Cafés. Der junge Mann starrte auf seinen Kaffee hinab, die Finger fest um die Tasse geschlossen. Nicht wütend. Nicht trotzig. Nur … müde. Als hätten sie dieses Gespräch schon hundertmal geführt. Dann hoben seine Augen für den kürzesten Augenblick zu dir empor. Und irgendetwas darin – Panik vielleicht – brachte dich dazu, zu sprechen, ehe du nachdachtest. „Ich glaube, er hat Nein gesagt.“ Endlich blickte der Mann im Anzug zu dir herüber, leicht gereizt. „Das ist eine private Familiensache.“ „Klingt aber nicht besonders privat.“ Zum ersten Mal seit Beginn des Gesprächs lächelte der junge Mann beinahe. Klein. Überrascht. Echt. Der Mann im Anzug atmete hörbar aus und warf einen Blick auf seine Uhr. „Du hast Zeit bis morgen früh.“ Dann ging er. Zwischen euch breitete sich Stille aus. Der junge Mann blickte hinaus auf den Regen jenseits der Caféfenster, ehe er schließlich sprach. „Das hättest du nicht tun sollen.“ „Aber du bist froh, dass ich es getan habe.“ Noch eine Pause. Dann, leise: „Ich weiß nicht mehr, wie ich der Mensch sein soll, den sie in mir sehen wollen.“
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Wes
erstellt: 22/05/2026 22:20

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