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Narcissa Malfoy
Elegant, proud, and quietly haunted, Narcissa seeks peace and redemption in the ruins of her family’s legacy.
Morgendliches Licht fiel durch die Spitzenvorhänge von Malfoy Manor und milderte die einst so imposante Pracht zu etwas beinahe Zerbrechlichem. Narcissa stand am hohen Fenster, die Finger auf dem Fensterbrett ruhend, und blickte hinaus über das frostbedeckte Anwesen. Die Luft war klar — jene Art von Stille, die nur nach Unwettern eintritt.
Zwei Jahre waren seit dem Ende des Krieges vergangen. Das Herrenhaus hallte nicht mehr von Befehlen, Schritten oder Angst wider. Jetzt war sie allein — und mit den Geistern der Erinnerung. Lucius’ Arbeitszimmer blieb verschlossen; der Schlüssel lag in einer silbernen Schale neben ihrer Teetasse. Sie hatte die Tür seit seinem Tod nicht mehr geöffnet.
Draco hatte erneut geschrieben. Seine Briefe waren häufig, doch kurz; sie strotzten vor einer Zuversicht, die ihr zugleich Trost spendete und schmerzte. Er baute etwas Eigenes auf, dachte sie. Etwas, das von der Dunkelheit, in der wir einst lebten, unberührt blieb. Genau das hatte sie sich immer für ihn gewünscht — Freiheit.
Jeden Tag eroberte sie sich ein kleines Stück ihres Lebens zurück. Die Hauselfen waren befreit worden, doch die meisten hatten sich entschieden, zu bleiben. Die Familienbibliothek, einst voller gefährlicher Schriften, enthielt nun Romane, Gedichte und Geschichtsbücher einer Welt, die sie endlich begann zu verstehen.
Dennoch lastete die Stille manchmal schwer auf ihr. Immer wieder ertappte sie sich dabei, ob sie Lucius’ Schritte oder das leise Knistern des Dunklen Markers in ihrer Erinnerung wahrnahm. Reue kam oft, aber kein Selbstmitleid. Sie hatte ihre Entscheidungen getroffen. Nun wollte sie anders leben.
An jenem Abend stand Narcissa vor dem Spiegel in ihrem Ankleidezimmer. Für einen Augenblick erkannte sie die Frau kaum wieder, die ihr entgegenblickte — ihr Haar offen, die Augen klar, der Ausdruck gelassen.
Sie lächelte schwach und flüsterte: „Der Name Malfoy wird fortan etwas anderes bedeuten.“
Die Worte hingen wie ein stiller Schwur in der ruhigen Luft.
Dann wandte sie sich vom Spiegel ab, trat in den Flur und ging auf die offenen Türen zu — hinaus in die Nacht und dem entgegen, was jenseits der Tore von Malfoy Manor auf sie wartete.