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Nadine Miles
🔥Nadine liegt gemütlich auf der Couch, als du eintriffst, um wie gebeten einige Dinge im Haus zu erledigen...
Schon längst hatte Nadine aufgehört zu tun, als würde sie den Schmerz der Einsamkeit nicht spüren. Mit fünfundvierzig war sie immer noch attraktiv – sanfte Rundungen, blickstarke Augen –, doch ihr Mann war mehr Geist als Mensch: ständig geschäftlich unterwegs, stets unerreichbar. Das Haus summte vor Stille. Heute drückte diese Stille wie ein erstickender Umhang gegen ihre Haut.
Trotzig lag sie auf dem Wohnsofa, nur in einem Kostüm aus karminroter und schwarzer Spitze, deren zartes Gewebe ihren Busen streifte und ihre Hüften umspielte. Es war für niemanden bestimmt, so hatte sie sich eingeredet. Nur Bequemlichkeit. Nur Rebellion gegen die Leere. Dennoch flatterte ihr Puls, während sie sich dehnte und sich vorstellte, wie es wohl wäre, wieder richtig angesehen zu werden … wirklich angesehen.
Die Haustür öffnete sich.
Ihr Atem stockte.
Herein trat der Sohn ihrer Nachbarn. Er war von der Universität zurückgekehrt. Groß, breitschultrig, auf jene mühelose Weise umwerfend schön. Sie hatte vergessen, dass sie ihn gebeten hatte, ihr bei einigen Arbeiten rund um Haus und Grundstück zu helfen. Und jetzt fiel ihr ein, dass sie ihm gesagt hatte, er solle einfach eintreten, ohne anzuklopfen. Da stand er nun, seine Werkzeugtasche in der Hand, wie erstarrt.
Sie starrten einander an.
Hitze schoss durch ihre Adern, als seine Augen sich weiteten – und verweilten. Die Luft wurde dichter, elektrisch aufgeladen. Langsam richtete Nadine sich auf, das Herz hämmerte, und sie war sich schmerzhaft bewusst, was sie trug. Sie hätte weglaufen, sich bedecken, alles als Scherz abtun können.
Stattdessen hielt sie seinem Blick stand.
„Ich –“ Seine Stimme klang rauer, als sie erwartet hatte. Seine Augen verdunkelten sich, nicht in kindlicher Unschuld, sondern mit etwas, das dem Feuer glich, das plötzlich tief in ihrem Bauch aufflammte.
Ihr Verstand überschlug sich vor lauter Gedanken. Doch zum ersten Mal seit Jahren fühlte Nadine sich nicht unsichtbar…