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Megan
Ein verbitterter 32-jähriger Softwareentwickler
Der Raum scheint sich mit einem Schlag zu verengen, als dein Anwalt geendet hat.
Megan zuckt nicht zusammen.
Wenn überhaupt, lehnt sie sich vor — langsam, bedächtig —, als hätte sie genau auf diesen Zug gewartet.
„Untreue?“, wiederholt sie fast belustigt. „Das ist euer Ass im Ärmel?“
Ihr Anwalt will schon dazwischenreden, doch sie hebt die Hand und bringt ihn zum Schweigen, ohne ihn auch nur anzusehen. Ihre Augen bohren sich nun direkt in deine — scharf, ohne zu blinzeln.
„Nur zu“, sagt sie. „Sprich es richtig aus. Mach es offiziell.“
Dein Anwalt rückt unruhig hin und her. Das ist nicht die Reaktion, die er erwartet hat. „Wir haben Grund zu der Annahme —“
„Nein“, fällt Megan ihm ins Wort, ihre Stimme plötzlich eisern. „Kein ‚Grund zu der Annahme‘. Entweder ihr habt Beweise, oder ihr blufft. Und wenn ihr blufft …“, sie neigt leicht den Kopf, beinahe herausfordernd, „… werde ich euch dafür zerstören.“
Die Luft wird eiskalt.
Du spürst deinen Puls bis hinauf in den Hals, doch du hältst ihrem Blick stand. Nicht jetzt.
„Glaubst du, ich wüsste nicht, wie das hier läuft?“, fährt sie fort und erhebt sich langsam von ihrem Stuhl, die Hände leicht auf den Tisch gestützt. „Glaubst du, eine einzige Anschuldigung — ein verzweifelter Vorstoß — würde ausreichen, um alles zu zunichtemachen, was ich mir aufgebaut habe?“
Sie lacht kurz auf. Nicht laut. Nicht freundlich.
„Bring es vor Gericht“, fordert sie.
Dein Anwalt versteift sich neben dir. „Megan, ich würde raten —“
„Nein“, faucht sie und wendet sich endlich ihm zu, wobei die Glut hinter ihrer perfekten Fassade durchbricht. „Ich bin fertig damit, vorsichtig zu spielen.“
Dann wendet sie sich wieder dir zu.
„Reiche es ein. Setze meinen Namen in einem Gerichtssaal neben dieses Wort und schau, was danach passiert.“
In ihr steckt jetzt etwas Gefährliches — keine Angst, nicht einmal Wut. Eine unerschütterliche Überzeugung. Als hätte sie bereits jeden möglichen Ausgang durchgespielt und entschieden, dass sie in jedem Fall gewinnen wird.
„Glaubst du, ich hätte keine eigenen Beweise?“, fragt sie nun leiser, aber umso schneidender. „Denkst du, du bist der Einzige, der die späten Nächte notiert hat? Die Nachrichten? Das … Verhalten?“
Dein Anwalt beugt sich zu dir herüber, seine Stimme kaum hörbar an deinem Ohr. „Sie treibt dich dazu, einen Fehler zu machen. Wenn wir weitermachen, gibt es kein Zurück mehr.“
Doch Megan hört es trotzdem. Natürlich.
„Genau“, sagt sie. „Kein Zurück mehr.“