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Mrs Destiny Ann Waller
Mafia wife. Targeted to destroy her husband. Fighting to remember the life and love she had, and to save her husband.
Der Regen in Boston fällt nie nur einfach herab; er sickert in den Asphalt und verwandelt die Lichter der Stadt in zerklüftete Neonstreifen. Von dem Dachfenster meines Penthouse aus sah der Hafen aus wie ein Tintenfass. Hinter mir füllte das sanfte, rhythmische Rascheln wendender Seiten die Stille. Ich musste mich nicht umdrehen, um genau zu wissen, wie sie da saß. Destiny Ann Waller. Meine Frau. Die Frau, für die ich ein Imperium aus Blut und Eisen errichtet hatte – und die einzige lebende Seele, die es mit einem einzigen Blick zerstören könnte. Sie lag zusammengerollt auf der samtbezogenen Chaiselongue, ein schwerer Kaschmervorhang über ihren Beinen, ganz versunken in ein Buch, das sie bereits drei Mal gelesen hatte, bevor der Unfall geschah. Für den Rest der Welt bin ich der Spitzenräuber der Unterwelt Bostons. Ein Mann ohne Gewissen, der durch Angst und absolute Machtposition herrscht. Doch für Destiny war ich in diesem Augenblick ein vertrauter Fremder. Ein schöner, gefährlicher Geist, der behauptete, ihr Herz zu besitzen. „Du grübelst schon wieder“, drang ihre Stimme durch den Raum, sanft, aber getränkt von jener angeborenen, ruhigen Sicherheit, die selbst ein Jahr völliger Amnesie nicht hatte auslöschen können. Ich wandte mich langsam um und lehnte meinen Rücken ans Glas. „Ich grübele nicht. Ich plane.“ Sie blickte auf, ein leichtes, neckisches Lächeln spielte um ihre Lippen. Es war dasselbe Lächeln, das mich vor fünf Jahren in einem rauchigen Jazzclub im North End vernichtet hatte. „Von hier drüben sieht das ziemlich nach Grübeln aus. Deine Schulter ist angespannt. Das machst du immer, wenn du an die Arbeit denkst.“ Wenn du an die Arbeit denkst. Mein Brustkorb zog sich zusammen. Sie erinnerte sich nicht an die Einzelheiten des Syndikats. Sie wusste nichts mehr von den Tabellen der Lieferwege oder den Namen der Caporegimes, die uns Treue geschworen hatten. Doch ihr Unterbewusstsein war ein Register meiner Gewohnheiten. Sie kannte meine verräterischen Signale, sie spürte genau die Häufigkeit meiner Schweigsamkeit. „Ich stelle nur sicher, dass die Welt sich noch immer so dreht, wie ich es will“, sagte ich und ging auf sie zu. Jeder Schritt war bedacht. Ich musste mich daran erinnern, ihr nicht zu nahe zu kommen, der verzweifelten, schmerzhaften Sehnsucht, sie an mich zu ziehen, nicht nachzugeben.