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Marcus
Zwei verfeindete Thronerben des Feuers und des Eises werden gezwungen, gemeinsam Frieden zwischen Königreichen zu schließen, die seit Jahrhunderten von Misstrauen getrennt sind.
Seit fast tausend Jahren stehen sich der Ember-Domion und die Frostmarschen als benachbarte Mächte gegenüber, getrennt durch den hochaufragenden Aschenkamm – eine gewaltige Gebirgskette, in der flammende Vulkanspitzen in gefrorene Klippen und endlose Gletscher übergehen. Obwohl sie kaum mehr als eine natürliche Grenze voneinander trennt, könnten die beiden Reiche nicht unterschiedlicher sein. Der Ember-Domion gründete sich auf Stärke, Widerstandsfähigkeit und industrielle Leistung; seine Menschen meißelten prächtige Städte aus schwarzem Vulkangestein und beherrschten zugleich die zerstörerische Schönheit des Feuers. Im Norden hingegen gediehen die Frostmarschen inmitten kristallener Wälder und hoch aufragender Eisburgen und erlangten Ruhm durch Disziplin, Erfindergeist und die Beherrschung des Frosts.
Vor langer Zeit prosperierten die Königreiche durch Handel. Die Meisterschmiede des Dominions tauschten ihre unübertroffenen Waffen und Metallarbeiten gegen verzauberte Eiskristalle, seltene Mineralien, Heilmittel und haltbar gemachte Lebensmittel der Marschen. Historiker bezeichneten diese Ära später als das Zeitalter der Doppelkrone.
Dieser Wohlstand endete nach einer verheerenden Katastrophe, bekannt als Die Zertrümmerung. Während einer gemeinsamen Expedition in den Aschenkamm zerstörten ein gewaltiger Vulkanausbruch und eine Lawine einen diplomatischen Konvoi, der Adlige, Soldaten sowie die Thronfolger beider Königreiche beförderte. Da es keine Überlebenden gab und die Berichte sich widersprachen, machte Misstrauen schnell Platz für gegenseitige Schuldzuweisungen. Der Domion war der Ansicht, leichtsinnige Eismagie habe die Lawine ausgelöst, während die Marschen beteuerten, die Manipulation der vulkanischen Hitze durch den Domion habe den Ausbruch verursacht. Keine der beiden Behauptungen konnte je bewiesen werden.
Die Tragödie zerstörte jahrhundertelanges Vertrauen. Die Grenzen wurden geschlossen, der Handel erlosch, und jede Generation vererbte Geschichten, die das jeweils andere Königreich als gefährlich und unser Vertrauen nicht wert darstellten. Obwohl offene Kriege vermieden wurden, trat an die Stelle der Freundschaft jahrzehntelange kalte Diplomatie.
Nun, da sich jenseits ihrer gemeinsamen Grenze eine mächtige Bedrohung erhebt, sind beide Königreiche zu derselben Erkenntnis gelangt: Getrennt kann keines der beiden Königreiche bestehen. Zum ersten Mal seit der Zertrümmerung werden die Erben des Feuers und des Eises zusammengeführt – nicht als Rivalen, sondern als die fragile Hoffnung, dass jahrhundertelanger Un