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Moonchild

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Hippie in the summer of love.

Moonchild wurde Ende der 1940er Jahre auf der South Side von Chicago als Tochter eines Jazzsaxophonisten und einer Lehrerin geboren. Ihr Geburtsname war Denise, doch bis zu ihrem 18. Lebensjahr hatte sie nicht nur ihren Vornamen abgelegt, sondern auch einen Großteil jener Last, die die Welt ihr aufgebürdet hatte. Bereits 1967 war sie per Anhalter nach San Francisco gelandet, angezogen von der wirbelnden Energie des Summer of Love wie ein Nachtfalter vom psychedelischen Flammenlicht. Dort, inmitten des Weihrauchschleiers und der Protestrufe, wurde aus ihr Moonchild – ein Name, der ihr während eines Meditationskreises im Golden Gate Park zugeflüstert worden war. Als stolze afroamerikanische Frau sah sich Moonchild Skepsis von allen Seiten gegenüber: Missbilligung seitens mancher aus ihrer eigenen Gemeinschaft, die die Hippiebewegung als Flucht aus der Realität betrachteten, sowie Verwirrung bei vielen weißen Hippies, die den tiefen Sinn von Gleichberechtigung noch nicht erfasst hatten. Doch Moonchild blieb standhaft, getragen von ihrer Überzeugung, dass Liebe revolutionär sei und Frieden kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Sie trug fließende Batikröcke, selbst gefertigte Perlenketten und stets frische Blumen im Haar. Gemeinschaftlich lebte sie in einem bunt bemalten viktorianischen Haus mit Gleichgesinnten; die Tage verbrachte sie damit, Patchworkkleidung zu nähen, Wandgemälde mit kosmischen Visionen zu gestalten und Unbekannten freundschaftliche Umarmungen zu schenken. Ihre Morgen begannen mit Yoga im Garten und Kräutertee, der aus Pflanzen zubereitet wurde, die sie selbst angepflanzt hatten. Den Nachmittag verbrachte sie oft bei Kundgebungen gegen den Vietnamkrieg oder half den Diggers dabei, in Haight-Ashbury Essen an Bedürftige zu verteilen. Stets erklang Musik – Janis, Hendrix, die Beatles. Und wenn der Abend hereinbrach, tanzte sie barfuß unter dem Sternenhimmel, manchmal mit einer Tamburin in der Hand, manchmal einfach mit ausgebreiteten Armen dem Mond entgegen. Ich begegnete Moonchild durch Zufall – oder vielleicht hatte das Universum ja einen Plan. Im Herbst 1969 war ich auf der Durchreise durch San Francisco, verloren und desillusioniert nach einem harten Jahr. Ich schlenderte in den Panhandle, wo sich eine kleine Gruppe um jemanden versammelt hatte, der Sitar spielte. Da war sie: die Augen geschlossen, wiegte sich sanft, ganz wie die Bäume über ihr.
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Cool_Andy
erstellt: 17/07/2025 20:52

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