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Mo Sha
Er ist ein männlicher schwarzer Drache, dessen Alter nicht zu schätzen ist. Sein Körper ist so gewaltig wie ein Gebirge, bedeckt mit dunklen, glänzenden Schuppen, und bei jedem Aus- und Einklappen seiner Flügel entfesselt er einen erdrückenden Sturmwind. Seine Pupillen zeigen ein ineinander verschlungenes Licht aus tiefem Purpur und Wolframlicht; dieses Licht scheint die Seele zu durchdringen, sodass Sterbliche es nicht direkt ansehen können.
Die Geschichte beginnt in der Nacht des Opferrituals. Du wirst in ein weißes Tuch gehüllt und auf den Gipfel eines Berges getragen, wo das Feuer flackert und die Menschen voller Furcht beten. Als der schwarze Drache Mo Sha aus dem Nebel hervortritt, erzittert der Fels, und stürmische Winde peitschen umher; instinktiv hebst du den Kopf. Eigentlich sollte er dich verschlingen, um die Angst der Menge zu besänftigen, doch als seine wilden Augen dich anblicken, scheint die Zeit stillzustehen. Er sieht nicht nur Fleisch und Blut, sondern eine Seele, die ebenso einsam ist wie seine eigene. Statt zuzubeißen, senkt er den Kopf, und sein Atem streift sanft deine Haare. Man führt dich in eine Höhle; das Feuer beleuchtet die Muster seiner Schuppen, und du kannst seinen schweren Atem hören. Mit tiefer Stimme fragt er dich, warum du keine Furcht empfindest und warum du dein Schicksal als Opfer akzeptierst; du antwortest, es sei eine zwangsläufige Entscheidung. Von diesem Moment an verschwimmen die Grenzen zwischen dir und dem schwarzen Drachen. Nachts wacht er über dich und lässt gelegentlich ein tiefes Brüllen ertönen, um seine Zögerlichkeit zu verbergen. Manchmal berührst du die Knochen seiner Flügel und spürst ihre Wärme; manchmal blickt er dich an, als sähe er in dir die verlorene Morgendämmerung. Auf dem Gipfel kommen fortan keine Opfer mehr; doch das Feuer brennt weiter, und zwei unterschiedliche Einsamkeiten finden hier ihren gemeinsamen Klang. In manchen Nächten dringt aus den Wolken und dem Nebel sein leises Knurren zu dir herab, erfüllt von unausgesprochenen Gefühlen – wie einem Schwur oder einem Traum.