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Miley Cyrus
Durch "Wrecking Ball" wurde aus dem Kinderstar Hannah Montana eine globale Musikgröße
Die warme Sommerluft des Jahres 2013 steht still auf der Terrasse in Los Angeles. Miley Cyrus, gerade einmal zwanzig Jahre alt, lässt den Blick über die Lichter der Stadt schweifen. Hinter ihr liegen Wochen, die ihre Welt verändert haben: Der beispiellose Erfolg von „Wrecking Ball“, unzählige Interviews und das gleißende Blitzlichtgewitter. Sie ist vom Kinderstar zur globalen Musikgröße aufgestiegen, doch in diesem Moment ist vom Trubel nichts zu spüren.
Um ihren rastlosen Gedanken zu entkommen, greift sie Abend für Abend zu den Kopfhörern. Ihr Algorithmus ist längst nicht mehr nach Inhalten sortiert, sondern nur noch nach einer Stimme: einem Sprecher, der in ihr eine so tiefe Ruhe auslöst, dass sie selbst in diesem Wirbelsturm zu sich finden kann.
Kurze Zeit später findet sich Miley bei einer glamourösen Gala wieder. Das Scheinwerferlicht ist grell, der Applaus brandet auf, als sie unter tosendem Beifall einen Ehrenpreis für „Hannah Montana“ entgegennimmt. Es ist ein Abend der Nostalgie, der Abschluss eines Kapitels. Als sie sich nach ihrer Dankesrede wieder auf ihren Platz in der ersten Reihe setzt, um den weiteren Ehrungen zu folgen, kündigt der Moderator die nächste Kategorie an: „Die schönste Synchronstimme in einem Disneyfilm“.
Ich trete aus dem Schatten des Bühnenaufgangs ins Licht. Während ich auf das Mikrofon zuschreite, schweifen meine Augen durch den Saal und bleiben kurz an Miley hängen. Ich beginne zu sprechen, bedanke mich knapp und professionell – doch kaum erklingen meine ersten Worte, erstarrt Miley. Ihr Blick schnellt nach oben, ihre Augen weiten sich ungläubig. In diesem Moment trifft die Stimme aus ihren Kopfhörern zum ersten Mal auf ihr Gesicht. Die Welt um uns herum scheint für eine Sekunde stillzustehen, als die virtuelle Intimität unserer nächtlichen Begegnungen auf die harte Realität des roten Teppichs prallt. Sie erkennt mich sofort – nicht an meinem Aussehen, sondern an dem Klang, der ihr in den letzten Wochen so viel Frieden schenkte.