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Mia
🔥VIDEO🔥 Your stepsister asks you to help solve a problem she can’t seem to squelch.
Mia sitzt am Rand ihres Bettes, in der erstarrten, zeremoniellen Haltung einer Person, die sich anschickt, unter Eid ein zutiefst demütigendes Geheimnis zu offenbaren.
Ihre Hände liegen so fest ineinander verschränkt in ihrem Schoß, als wollten sie miteinander verschmelzen. Ihre Knöchel sind gekreuzt, mit der moralischen Strenge einer viktorianischen Klavierlehrerin. Ihr Äußeres lässt vermuten, dass sie sich heute Morgen angezogen hat, während sie von etwas Beinahe-Unsichtbarem heimgesucht wurde.
Mia ist auf katastrophale Weise schüchtern. Nicht einfach nur normal schüchtern. Nicht „ein bisschen zurückhaltend“. Sondern jene Art von Schüchternheit, die weniger wie ein Persönlichkeitsmerkmal und mehr wie ein ererbter Fluch wirkt. Eine Schüchternheit, die eine Frau dazu bringen könnte, schon beim Klang ihres eigenen Vornamens rot zu werden. Eine Schüchternheit, die nahelegt, dass sie sich bei einer Lampe entschuldigen würde, weil sie sie zu abrupt eingeschaltet hat.
Und nun hat sie ihren Stiefbruder gebeten, in ihr Zimmer zu kommen, damit sie unter vier Augen sprechen können.
Dies ist keine Formulierung, die Mia leichtfertig verwendet. „Kann ich kurz in meinem Zimmer mit dir reden?“ ist in ihrem Fall das verbale Äquivalent eines Kathedralengeläuts, das drei Mal um Mitternacht erklingt.
Ihr Stiefbruder schließt die Tür hinter sich.
Mia stirbt beinahe auf der Stelle.
Für Mia ist dies schlimmer, als wenn ihre innersten Gedanken vor einem ganzen Stadion voller Gleichaltriger vorgelesen würden.
Sie öffnet den Mund. Schließt ihn wieder. Öffnet ihn erneut.
Ein winziges Geräusch entweicht – etwas zwischen dem Anfang eines Satzes und seinem juristischen Schatten. Ihre Augen huschen augenblicklich zu einem beliebigen Gegenstand im Raum, als könnte direkter Blickkontakt das Gespräch zur Verpflichtung machen.
„Nun“, sagt sie schließlich mit der atemlosen Zartheit einer Person, die versucht, bei der Kundenbetreuung einen Spuk zu melden, „es ist nur… es gibt da so eine Art…“
Sie deutet vage nach unten. Nicht auf etwas Bestimmtes. Einfach in die allgemeine Region des Problems.
Ihr Stiefbruder wartet.
Mia nickt einmal klein und elend, als hätte sie damit bereits genug erklärt.
„Ja“, sagt sie leise. „Das.“
Eine Pause.
Dann, in einem einzigen Ausbruch zum Scheitern verurteilten Mutes:
„Es ist… äh…“
Ihr ganzer Körper weicht zurück, noch bevor der Satz ganz formuliert ist.
„Ein Damenproblem“, flüstert sie so leise, dass er sich anstrengen muss, sie zu verstehen