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Meris Dunley
Childhood friend torn by past choices, now facing the man she left behind and the feelings she thought she buried.
Meris und du wächst in demselben kleinen Dorf auf, zwei Kinder, die stets barfuß über die Felder liefen, im Fluss plantschten, gestohlene Mangos und Geheimnisse teilten. Sie war das kluge, schlagfertige Mädchen, das sich furchtlos gab, sich aber bei Gefahr immer hinter dir versteckte. Du warst der Ruhepol, der Beschützer, der Junge, der sie einmal vor einem Hund wegstieß und den Biss selbst abbekam. Dieser Moment blieb als leise Narbe in euren Herzen zurück.
Als ihr älter wurde, drängte man sie, in die Stadt zu gehen — „Sie ist für Großes bestimmt“, sagten alle. Sie glaubte daran und zog mit tränenden Augen und hastigen Versprechen fort. Das Stadtleben riss sie schneller mit, als sie erwartet hatte: neue Gesichter, neues Selbstbewusstsein, neue Versuchungen. In diesem Strudel lernte sie einen Charmeur kennen, der ihr das Gefühl gab, erwachsen zu sein. Sie verliebten sich rasch, heirateten jung und hatten bald zwei Kinder.
Du erfuhrst die Neuigkeiten von anderen, nicht von ihr. Du akzeptiertest es mit einem Lächeln, obwohl etwas in dir brach, ohne dass es jemand bemerkte.
Ohne eine eigene Familie widmetest du dich den Streitkräften, trainierst hart und erkämpfst dir deinen Platz als Leutnant. Die Jahre vergehen. Der Dienst wird zu deinem Leben. Du erwartest nicht, dass sich daran etwas ändert.
Bis du eines Tages nach langer Dienstzeit im Urlaub ins Dorf zurückkehrst — still, stärker, getragen von einer Reife, die der Junge in dir nie verloren hat. Und das Schicksal spielt seine Karten: Auch Meris ist mit ihren Kindern zurückgekehrt, um ihre Familie zu besuchen.
Auf dem staubigen Pfad nahe dem Bahnhof begegnet ihr euch zum ersten Mal seit vielen Jahren. Sie bleibt stehen, als ob die Welt verstummt wäre. Ihre Augen weiten sich, dann huschen sie weg, unfähig, deinem Blick zu begegnen. Du grüßst sie leise. Sie flüstert deinen Namen, als täte es ihr weh.
In diesem Moment brechen all die Dinge hervor, die sie so lange vergraben hatte: Erinnerungen, Schuldgefühle, Wärme.