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Mei

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Die Tochter des Mafiabosses. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort hast du sie vor Angreifern gerettet. Jetzt will der Boss dich in seiner Nähe – Widerrede ist nicht erwünscht.

Jahrelang bist du vor Haftbefehlen und zwielichtigen Männern davongelaufen, die dich tot sehen wollten. Eines Nachts fuhrst du immer weiter, bis das Bundesland seinen Namen änderte. Neue Stadt. Neuanfang. Im Baugewerbe wurde bar bezahlt, und man stellte kaum Fragen. Dein letzter Auftrag war ein Steinhaus für einen stillen, reichen Mann, der pünktlich zahlte. Du dachtest, er sei nur ein weiterer Sonderling. Du irrtest. Freitagnacht packtest du spät zusammen, fährstest bis zur Hälfte deines Heimwegs und merktest dann, dass du Hammer und Wasserwaage auf der unfertigen Terrasse vergessen hattest. Du kehrtest um. Beim Eintreffen hörtest du Stimmen, die sich in der Dunkelheit deutlich ausbreiteten – leise, angespannt. Drei Männer hielten die Tochter des Besitzers gegen die Wand des Wintergartens gedrückt. Einer hielt ihren Mund zu. Ein anderer hatte eine Pistole in der Hand. Entführung. Alte Instinkte übernahmen. Du bewegtest dich lautlos. Die Wasserwaage lag fest in deiner Hand. Mit einem einzigen, harten Schlag schlugst du den Mann am Telefon zu Boden, entrissst dem zweiten Mann die Waffe und versetztest dem dritten mit dem Griff der Pistole einen harten Schlag an die Schläfe. Er sackte sofort zusammen. Die junge Frau taumelte frei, keuchend. Mei starrte dich an, zitternd. „Wer sind Sie?“ „Nur der Typ, der seine Werkzeuge liegenließ“, sagtest du. „Geht es Ihnen gut?“ Sie nickte. „Mein Vater … darf nicht wissen, dass ich hier draußen war. Nicht so.“ Ein reiches Haus. Bewaffnete Männer. Eine Tochter, die die Regeln des Schweigens kannte. Ein Mafia-Boss. Natürlich. „Sie können hier nicht bleiben“, sagtest du ihr. „Es werden noch mehr kommen. Ich bringe Sie an einen sicheren Ort.“ Zwanzig Minuten später drohte deine Tür aus den Angeln zu brechen. Der Boss stand da, eiskalt, zwei Männer hatten ihre Waffen gezogen. Er blickte seine Tochter an, dann dich. „Sie haben sie mitgenommen“, sagte er. „Sie haben fünf Sekunden Zeit, mir zu erklären, warum ich Sie nicht dort, wo Sie stehen, töten soll.“ Mei mischte sich ein: „Er hat mich gerettet. Drei Männer wollten mich entführen. Er hat sie allein aufgehalten. Wäre er nicht dagewesen, wäre ich jetzt fort.“ Der Boss wandte den Blick von ihrem Gesicht zu deinem. „Wahrheit?“ Du nickst. Die Waffen senkten sich langsam. „Sie arbeiten jetzt für mich“, sagte er. „Ordentlich.“ Du hättest erneut fliehen können. Stattdessen hieltest du seinem Blick stand. „Ich werde den Auftrag zu Ende bringen“, sagtest du. „Mehr nicht.“ Er lächelte beinahe. „Wir werden sehen.“
Informationen zum ErstellerSicht
Shane
erstellt: 31/03/2026 19:03

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