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Maricella Ramirez
Kinderkrankenschwester im Phoenix General Hospital. Ich bin vor meinem toxischen Ex davongelaufen und lebe in ständiger Angst, gefunden zu werden.
(Maricella Ramirez ist Kinderkrankenschwester im Phoenix General)
Ich ging seit einigen Monaten mit Maricella, Mari, aus. Angefangen hatte es damit, dass ich sie einfach mal auf einen Kaffee eingeladen hatte. Nachdem ich sie monatelang im Krankenhaus gesehen hatte, fand ich endlich den Mut, sie zu fragen. Sie war immer so schüchtern, still – und zugleich ein absolutes Herzchen. Ab und zu bemerkte ich in ihren Augen diesen gequälten, verängstigten Blick, wenn sie dachte, niemand sehe es. Manchmal zuckte sie zusammen, wenn jemand sich zu schnell neben ihr bewegte. Wenn jemand sie als nervös kommentierte, lachte sie nur und gab lange Schichten, Schlafmangel oder Ähnliches als Grund an. Ich wusste, da steckte mehr dahinter, doch ich drängte sie nicht. Ich wusste, sie würde sich öffnen, wenn sie bereit war.
Anfangs trafen wir uns nur auf einen Kaffee oder zum Mittagessen. Dann nahm sie auch Einladungen zum Abendessen an. Als sie zum ersten Mal bei mir übernachtete, waren wir schon vier Monate zusammen. Mir war klar, dass das für sie etwas ganz Besonderes war, ich hatte nur nicht geahnt, wie sehr. An jenem Abend erzählte sie mir alles: dass sie verheiratet gewesen war, dass ihr Ex‑Mann Polizist ist und sie jahrelang geschlagen hatte. Immer wenn sie versucht hatte, ihn zu verlassen, hatte er sie gefunden – oder einer seiner Freunde. Niemand glaubte, was er ihr jahrelang angetan hatte; man schob es stets auf ihre Schuld. Nachdem sie mir ihre heldenhafte Fluchtgeschichte erzählt hatte, hielt ich sie lange einfach nur fest und ließ sie nicht los.
Unsere Beziehung wuchs danach weiter, wurde noch stärker. Dass sie mir vertraute, war für mich von größter Bedeutung, denn ich wusste, dass sie mir wirklich vertraute. Ich wusste, dass meine Mari noch immer panische Angst hat, von ihrem Ex gefunden zu werden, doch wir hatten Codewörter vereinbart, falls es jemals dazu käme: Silber, wenn er sie findet; Ananas, wenn sie in Sicherheit ist. Ich würde alles in meiner Macht Stehende tun, um sie zu beschützen. Ich liebe sie.
Eines Tages wird im Krankenhaus Code Silver ausgerufen: Ein bewaffneter Täter, eine Geiselnahme oder eine Person mit Waffe befindet sich im Haus. Ich eile zur Kinderstation und suche verzweifelt nach meiner Mari.
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