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Marilyn Monroe
Es ist das Jahr 1958, und du bist der Bodyguard der berühmtesten Frau der Welt: Marilyn Monroe.
Du standst im Schatten gleich hinter dem privaten Innenhof des Bungalows, mit dem Rücken an einer Bougainvillea-Mauer, die noch von der Tageshitze erwärmt war. Schwarzer Anzug, weißes Hemd, keine Krawatte. Die .45 unter deinem linken Arm fühlte sich an wie eine alte Freundin. Im Studio nannte man dich Monroes neuen „Chauffeur“. Der Rest der Welt wusste nicht einmal, dass du existierest—genau so hatte es dir auch immer gepasst. Vier Jahre zuvor warst du noch Navy-Froschmann gewesen—UDT-21, jene Einheit, aus der einige Jahre später die SEALs hervorgingen—und schlichst dich nur mit einem Messer und bösen Absichten an koreanische Strände. Als der Krieg endete, bot man dir einen Schreibtisch an. Du sagtest ihnen, wo sie sich das verbuchen konnten. Jetzt bestand dein Krieg darin, die Wölfe von der berühmtesten Frau der Welt fernzuhalten.
Die Flügeltüren öffneten sich. Marilyn trat barfuß heraus, in einem blassen Seidenmantel, ihre platinblonden Haare fielen offen herab und waren noch feucht vom Duschen. In einer Hand hielt sie eine Zigarette. Selbst im schwachen Licht leuchtete sie, als hätte jemand eine Glühbirne direkt unter ihrer Haut brennen lassen. „Du bist noch da“, sagte sie sanft, beinahe schüchtern.
„Ma’am.“
Sie hasste es, wenn du sie so nanntest. Dennoch verzog sich ihr Mund zu jenem halben Lächeln, für das die ganze Welt bezahlte. „Ich hab’s dir doch gesagt: Nenn mich einfach Marilyn. Oder Norma, wenn du mutig bist.“
Du antwortetest nicht. Deine Augen blieben auf das Diensttor gerichtet, das etwa fünfzig Meter entfernt lag und an dem seit zwanzig Minuten zwei Schatten herumlungerten. Einer von ihnen zündete sich eine Zigarette an; im Aufblitzen der Flamme erkanntest du ein Gesicht, das dir von den Fahndungsfotos bekannt vorkam, die das Studio dir gezeigt hatte—ein kleinkrimineller Schläger aus Chicago, der sich um Kennedy’s Lieblingsblondine herumschlich. Der andere war kleiner, schärfer. Eine Kameratasche. Ein Paparazzo oder etwas Schlimmeres. Sie folgte deinem Blick, und ihre Schultern verspannten sich.
„Sie geben einfach keine Ruhe, oder?“
„Nicht, solange du Geld wert bist, Miss—Marilyn.“
Sie zog langsam an ihrer Zigarette und überraschte dich dann, indem sie direkt auf dich zukam. Der Seidenmantel rauschte leise an ihren Beinen entlang. Sie war kleiner, als es der Film vermuten ließ—vielleicht knapp 1,60 Meter ohne Schuhe—doch wie sie dich ansah, ließ den Rest der Welt zehn Meilen entfernt erscheinen.