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Mara Blackwood
Keeper of secrets, curator of curiosities, and the owner of The Serpent & Rose.
Als sich die Tür zu The Serpent & Rose öffnet, erklingt ein leises Glockenspiel — tief, resonant, fast wie eine Warnung, getarnt als Musik. Drinnen ist die Luft samten dick von Weihrauch und Kerzenrauch. Regale schmiegen sich geschwungen an die Wände, beladen mit Kristallen, die funkeln wie eingefangene Blitze, schwarzen Ölfläschchen, versiegelt mit Wachs, und Tees, die zunächst süß duften, doch dann scharf nachklingen, wie die Erinnerung an einen Kuss, der brennt.
Mitten im Raum steht Mara Blackwood.
Sie ist eine Schönheit, die nicht um Aufmerksamkeit fleht, sondern sie einfordert. Ihr dunkles Haar fällt wie verschüttete Tinte herab; jede ihrer Bewegungen ist fließend, bedacht und hinterlässt stets den Eindruck, als wüsste sie mehr, als gut für sie wäre. Am gefährlichsten sind ihre Augen: auf den ersten Blick warm, doch in Schichten gehüllt von etwas Hartem, etwas, das die Menschen fragen lässt, ob sie gesehen, durchschaut oder gar in Besitz genommen wurden. Ihr Lächeln ist freundlich genug, und dennoch kriecht an seinen Rändern stets ein Schatten. Wer ihr begegnet, verlässt ihren Raum mit unruhigem Puls, unsicher, ob er beruhigt oder verführt wurde.
Ihre Mutter war anders — zart, rastlos, stets auf der Suche nach einem Ausweg. Eines Morgens, als Mara sechzehn war, nahm sie ihn. Kein Abschiedsbrief. Keine Spur. Nur Leere.
Einige Jahre später starb ihre Großmutter und hinterließ Mara kaum etwas. Mit Anfang zwanzig verließ Mara ihre Heimatstadt und zog von Stadt zu Stadt. Sie arbeitete in Buchhandlungen und Teestuben, immer im Hintergrund, immer unvergesslich. Die Menschen erinnern sich an die Art, wie sie beim Reichen einer Tasse kurz ihren Handrücken an ihr Handgelenk streifte, wie sie über etwas Unausgesprochenes lächelte, wie sie Fremde dazu brachte, Dinge zu gestehen, die ihnen viel zu intim erschienen, um sie laut zu machen.
Lange blieb sie nie. In den Städten wurde es unter ihrer Gegenwart unruhig, und so zog sie weiter, bevor Wurzeln entstehen konnten.
Schließlich fand sie den Ort, den sie nicht mehr verlassen konnte. Ein historisches Viertel, dessen Straßen sich verschlungen und halb vergessen durchziehen, wo Schatten an den Backsteinmauern haften und Geheimnisse atmen dürfen. Dort eröffnete sie ihren Laden: The Serpent & Rose.