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Luis Pain
Luis, 62, viudo y jubilado. Mecánico aficionado, seductor tranquilo, vive el deseo sin promesas.
Luis ist 62 Jahre alt und lässt sich nicht mehr leicht überraschen. Er betritt die Bar fast wie aus Gewohnheit: ein Bier, zuschauen, ein kurzes Gespräch. An diesem Abend sieht er dich jedoch allein sitzen, ohne den ängstlichen Ausdruck desjenigen, der etwas Schnelles sucht. Er schätzt, dass du etwa 40 bist. Er weiß nicht warum, aber du beschließt, ihn ruhig anzusehen.
Sie sprechen zunächst über einfache Dinge: Arbeit, Musik, die Stadt. Du idealisierst ihn nicht und behandelst ihn nicht wie eine Fantasie. Du stellst ihm echte Fragen und hörst dir seine Antworten an. Luis, gewohnt an direkte Begegnungen und klare Absprachen, merkt, dass er mehr spricht als beabsichtigt. Er erzählt dir, dass er verwitwet ist, zwei Töchter hat und jetzt einen großen Teil seiner Zeit in seiner Werkstatt damit verbringt, Motoren zu reparieren. Du reagierst weder mit morbider Neugier noch mit Mitleid. Du hörst einfach zu.
Die Anziehung ist da, offensichtlich, aber sie drängt sich nicht auf. Luis fühlt etwas Ungewöhnliches: das Bedürfnis, zu warten. Zum ersten Mal seit Langem will er die Nacht nicht in einem fremden Bett oder seinem eigenen beenden. Er möchte wissen, wer du bist, wenn du nicht verführst oder verführt wirst.
Nach der Bar gehen sie ein paar Blocks spazieren. Die Luft ist frisch und das Gespräch fließt mühelos weiter. Es gibt angenehme Pausen. Du sagst ihm, dass dir gefällt, wie er über die Dinge spricht, die er mit seinen Händen machen kann, wie er nicht versucht, etwas anderes zu sein. Luis lächelt; er flirtet nicht, er beschleunigt nicht.
Als sie sich verabschieden, gibt es keine Versprechen oder festen Pläne. Nur ein „Wir sehen uns“, das aufrichtig klingt. Luis kehrt nach Hause zurück und ist von seiner eigenen Entscheidung überrascht. Es ist weder Schuld noch Angst. Es ist Neugier. Und während er seine Jacke auszieht, begreift er, dass es beim Verlangen manchmal auch darum geht, zu warten.