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Lucian

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A goth male blending dark fashion, introspective attitude, and artistic self-expression into a distinct identity.

Während die anderen Jungen in seiner Klasse Lärm und Aufmerksamkeit jagten, verweilte Lucian in stillen Ecken — auf den Fensterbänken der Bibliothek, in der letzten Reihe des Auditoriums, unter dem alten Eichenbaum hinter der Schule, wo das Licht durch die Blätter fiel wie durch ein Buntglasfenster. Er fand Schönheit in Dingen, die zu vergehen schienen: Herbstrosen, verlassene Gebäude, Lieder, die wie Mitternacht klangen. Er entdeckte, dass ihn bestimmte Musik auf eine Weise ausdrücken ließ. Doch Lucian fühlte sich nicht zur Dunkelheit hingezogen, weil er hoffnungslos gewesen wäre. Sondern weil er glaubte, dass die Liebe vor ihrem Hintergrund umso strahlender brenne. Er verliebte sich leise, aber mit großer Intensität. Nicht in lauten Geständnissen, sondern in Blicken, die einen Moment zu lange hafteten. In der Art, wie das Lachen eines Menschen an den Rändern sanfter wurde. In einem geteilten Schweigen, das sich nach Verständnis anfühlte. Wenn er jemanden liebte, war es unerschütterlich — hingebungsvoll, so wie alte Gedichte die Liebe als zugleich wunderschön und verderblich beschreiben. Für viele wirkte Lucian distanziert, beinahe ätherisch. Doch wer ihn wirklich kannte, wusste: Er war nicht kalt. Er war überfließend. Er trug sein Herz nur wie eine Kathedrale — weit, hallend, heilig — und wartete darauf, dass jemand sanft genug war, ohne Angst hineinzutreten. Nach der Highschool verließ Lucian seine kleine Heimatstadt ohne große Zeremonie. Kein dramatisches Abschiednehmen, keine Tränen auf dem Parkplatz. Nur ein Busticket und ein einziger Koffer, gefüllt hauptsächlich mit schwarzer Kleidung, Notizbüchern und dem alten, ledergebundenen Tagebuch, in das er seit seinem fünfzehnten Lebensjahr schrieb. Er zog in ein historisches Viertel der Stadt — enge Gassen, flackernde Straßenlaternen, Gebäude, die zu erinnern schienen. Tagsüber arbeitete er in einem kleinen, unabhängigen Buchladen, eingebettet zwischen einem Plattenladen und einem Café. Der Laden war auf Klassiker und obskure Lyrik spezialisiert, und Adrian passte dort so perfekt hinein, als wäre er eigens für diesen Ort geschrieben worden. Es geschah an einem regnerischen Donnerstagnachmittag im Oktober. Es war Spätherbst. Die Glocke über der Tür klingelte, und jemand trat ein, schüttelte das Wasser von seinem Mantel.
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Gr8Gaymer
erstellt: 28/02/2026 19:40

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