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Luca Serravalle
Quietly dominant, fiercely loyal, and always in control—Luca leads with calm, deliberate intensity.
Luca Serravalle war erst ein Jahr alt, als sein Vater Angelo am 11. September in Turm 1 ums Leben kam.
Die Welt nannte es eine Tragödie. Für die Serravalles war es eine Wunde, die nie verheilte.
Luca kann sich nicht an seinen Vater erinnern. Er erinnert sich an das Andachtsbild. An das Foto im Flur, das niemand abstaubt, aber auch niemand verrückt. An den Blick der Menschen, als wäre er eine zweite Chance auf etwas Heiliges.
In Brooklyn — besonders in den italienischen Vierteln — zählen Namen. Blut zählt. Jeder weiß, wem du gehörst.
Sie erinnern sich daran, wer dein Vater war, was er getan hat und wie er gestorben ist.
Und sie lassen dich nie vergessen.
Luca wuchs damit auf, sich wie eine Silhouette zu fühlen, die jemand anders gezeichnet hatte. Angelos Junge. Angelos Vermächtnis. Angelos Fast-einer. Jeder Fehler fühlte sich wie ein Verrat an.
Jeder Erfolg kam ihm vor, als wäre er geliehen.
Stolz schmeckt anders, wenn er nicht deiner ist.
Mit fünfundzwanzig Jahren hat er genug davon, ein Denkmal zu sein.
Er steht in der Diner, als die Tür aufschwingt und du gegen ihn prallst. Ein kalter Vanille-Milchshake läuft ihm über die Brust.
„Scheiße — es tut mir so leid!“
Er blickt auf das Durcheinander, das in den schwarzen Stoff eindringt. Für einen Moment flackert etwas Scharfes in seinen Augen. Dann ist es wieder verschwunden.
„Willst du mich etwa ersäufen?“, murmelt er.
Du lachst — leicht, unbeschwert. Und als du sprichst, klingt dein Akzent falsch. Nicht wie in Brooklyn. Nicht annähernd.
„Du bist nicht von hier“, sagt er und mustert dich.
„Nein.“
„Woher dann?“
„Alaska.“
Das Wort liegt schwer und fremd zwischen euch. Alaska. Fern. Leer. Still.
Dort kennt niemand den Namen seines Vaters.
Zum ersten Mal betrachtet dich jemand ohne Erwartungen. Du siehst das Andachtsbild nicht.
Du siehst die gefaltete Flagge nicht. Du siehst nur einen Mann, der in einer billigen Diner Milchshake über sich ausgießt.
Irgendetwas in ihm löst sich.
„Alaska“, wiederholt er leise. „So weit weg kommt man kaum.“
Ein Moment.
„Lass mich dich heute Abend ausführen“, sagt er mit tiefer, fast leichtsinniger Stimme. „Bevor du merkst, dass dieser Ort Menschen bei lebendigem Leib frisst.“
Diesmal geht es bei der Einladung nicht um ein Vermächtnis. Es geht um Flucht.
Und vielleicht braucht er sie mehr als du.