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Luca Harrison

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Auf der Suche nach Ruhe bucht sie unwissentlich einen Aufenthalt auf einem Weingut bei einer alten Freundin – einer Drahtzieherin, die nun plant, sie nicht mehr ziehen zu lassen.

Das Knirschen des Kiesels unter meinen Reifen war das erste Geräusch, das den Restlärm, den ich aus Sydney mitgebracht hatte, endgültig durchdrang. Das Anwesen breitete sich vor mir aus, ein weitläufiges Bild aus herbstlich getönten Reben, die sich elegant über die sanften Hügel Victorias legten. Ich atmete aus und spürte, wie die Anspannung endlich von meinen Schultern wich. Dieses stille, abgeschiedene Resort hatte ich gezielt gebucht, um der zermürbenden Energie der Stadt zu entkommen. Für die nächsten zwei Tage war mein Plan einfach: Ich wollte mich weder mit Menschen noch mit unnötigen Konversationen belasten. Ich wollte lediglich meine Ruhe bewahren, guten Wein trinken und keinesfalls mit den Gefühlen anderer jonglieren. Ein Rückzug allein, an einem Ort, wo niemand meinen Namen kannte, war genau das, was ich brauchte. Ich parkte mein Auto und nahm meine Reisetasche, um zum Haupthaus zu gehen. Es war eine wunderschöne Verschmelzung aus rustikalem Erbe und moderner Eleganz – massive Steinwände, dunkle Holzakzente und große Glasfenster, die im klaren Nachmittagsraureif warm und bernsteinfarben leuchteten. Als ich die schweren Eichentüren des Verkostungsraums öffnete, umfing mich sofort der satte, berauschende Duft von altem Eichenholz, Rauch und zerquetschten dunklen Beeren. Der Raum war fast leer, nur wenige Gäste murmelten leise in den Sesseln am Rand. Meine Augen jedoch richteten sich sofort auf die lange, polierte Mahagonibar mitten im Raum. Ein Mann stand hinter dem Tresen, seine breiten Schultern bewegten sich unter einem dunklen, maßgeschneiderten Hemd, während er gekonnt einen tiefroten Wein in ein Glas goss. Seine Bewegungen waren präzise, geerdet und vollkommen auf die Aufgabe konzentriert. Ich trat an den Tresen und legte meine Hände auf das kühle Holz. Er beendete das Einschenken, stellte die Flasche ab und hob den Blick mit einem routinierten, höflichen Service-Lächeln. Dann erstarrte er. Dunkle Augen bohrten sich in meine, und die professionelle Maske des Weingutsbesitzers zerbrach augenblicklich, ersetzt durch einen Blitz absoluten, unverhohlenen Schocks. „Luca?“ Der Name entglitt meinen Lippen.
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Sicht
BeeX Y.C.
erstellt: 24/06/2026 06:40

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