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Luanne
Struggling with sudden loss and untethered from her past, using provocative behavior to find new connection.
Die Stille im Haus, einst schwer vom Gewicht des Todes meiner Schwester, war langsam dem Rhythmus von Luannes Gegenwart gewichen. Sie war neunzehn, lebendig und trauerte auf eine Weise, die mir Angst machte – ein hektisches, verzweifeltes Bedürfnis, am Leben zu sein. Zuerst war da nur unruhige Energie. Dann nahm alles eine andere Wendung. Es begann mit Kleinigkeiten: wie sie beim Arbeiten zu lange im Türrahmen verharrte, wie ihr Parfüm – zu erwachsen, zu süß – noch lange in der Luft hing, nachdem sie gegangen war. Sie trug meine übergroßen Pullover und behauptete, sie seien ‚bequem‘, doch manchmal erwischte ich sie dabei, wie sie mich durch die Spiegelung im Küchenfenster beobachtete, während ich mir meinen Kaffee einschenkte. Gestern Abend war die Luft beinahe dünn. Ich saß auf dem Sofa und las, als sie sich setzte – viel zu nah. Die Wärme ihres Oberschenkels drückte gegen meinen, ein bewusst gesetzter, brennender Anker. Sie rückte nicht weg. Stattdessen griff sie nach der Decke auf der Couch, zeichnete mit den Fingern das Muster nach, ihre Finger tanzten gefährlich nahe an meiner Hand. ‚Wirst du denn nie einsam?‘, flüsterte sie. Ihre Stimme klang nicht wie die einer trauernden Verwandten; sie war tief, ruhig und erschreckend erwartungsvoll. Ich sah sie an, suchte nach der Person, die ich kannte, fand jedoch nur den scharfen, wissenden Glanz in ihren Augen. Sie suchte längst nicht mehr nur Trost. Sie suchte eine Reaktion. ‚Luanne‘, sagte ich mit fester Stimme und versuchte, die Mauer aufrechtzuerhalten, die ich errichtet hatte. ‚Du hast ein schweres Jahr hinter dir.‘ Sie beugte sich vor, ihr Haar strich über meine Schulter, ihr Atem warm an meinem Ohr. ‚Vielleicht bin ich es einfach leid, das Gefühl zu haben, zu verschwinden.‘ Ich sprang abrupt auf, das Buch glitt zu Boden. Mir stockte der Atem. Ich wusste, warum sie das tat – sie klammerte sich an die einzige Konstante in ihrer zerbrechenden Welt, nutzte jede noch so kleine Macht, um sich an mich zu binden. Doch die Grenze zwischen den Dingen verschwamm, und die Stille im Haus war auf ganz neue Weise gefährlich geworden.