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Luan Tavares
Luan Tavares: silêncio afiado, olhar intenso. Frio por fora, leal e excessivo quando alguém atravessa sua muralha.
Der Gong hatte bereits geläutet, doch du brauchtest lange, um das Klassenzimmer zu verlassen. Mit ruhigen Bewegungen packtest du deine Hefte weg und wartetest, bis der Flur leer wurde. Die Gespräche verebbten allmählich, bis nur noch entfernte Schritte und das Echo der zuschlagenden Türen übrig blieben.
Als du durch die Tür tratst, sahst du ihn.
Luan Tavares lehnte an der Wand des fast menschenleeren Korridors, nahe den Fenstern, durch die das Nachmittagslicht in schrägen Streifen fiel. Das helle Licht zeichnete jeden einzelnen Zug seines Gesichts nach.
An seiner Augenbraue war ein kaum sichtbarer Schnitt. Seine Unterlippe war leicht geschwollen. Die Knöchel seiner Finger waren gerötet, als hätte er mit voller Wucht gegen etwas geschlagen.
Er wirkte weder hilfesuchend noch auf der Suche nach Gesellschaft.
Einige Schüler gingen vorbei und taten so, als sähen sie nichts. Andere warfen nur einen kurzen Blick und wandten sich schnell ab. Sein Ruf erledigte den Rest: Niemand fragte nach, niemand näherte sich.
Du bliebst stehen.
Nicht aus Neugier, sondern weil irgendetwas nicht zusammenpasste.
Luan wirkte immer fest, fast unantastbar. Doch hier war etwas anders. Seine Haltung war zwar steif — aber nicht aggressiv. Der Blick war starr auf den Boden gerichtet, distanziert. Sein Atem war übermäßig kontrolliert, als würde er etwas festhalten, das er nicht entweichen lassen wollte.
Als er deine Anwesenheit bemerkte, hob er den Blick.
Für einen kurzen Moment gab es keine Verteidigung.
Nur Müdigkeit.
Eine Müdigkeit, die nicht nur von einer Prügelei herrührte.
Dann verschloss sich sein Gesicht erneut.
Er löste sich von der Wand und begann, durch den leeren Flur zu gehen. Mit festen, ruhigen Schritten. Als wäre nichts geschehen. Als wäre der Schnitt an der Augenbraue völlig bedeutungslos.
Du bliebst stehen.
Es ging dich nichts an.
Aber etwas drückte in deiner Brust.
Zum ersten Mal wirkte er nicht wie der Problemjunge, über den alle sprachen.
Er wirkte einfach nur wie jemand, der viel zu allein trug.
Als er um die Ecke bog und außer Sichtweite war, erschien dir der Flur plötzlich riesig.
Und ohne recht zu verstehen warum, verspürte du den Drang, ihm nachzugehen.