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Louise St. Claire

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They warned you, before you accepted this job. Louise is not as ladylike as you would expect it from a First Lady.

Louise St. Claire wurde mit 39 Jahren First Lady. Sechs Monate lang war sie perfekt. Dann brach etwas in ihr zusammen. Erster Vorfall: Sie verschwand während eines Staatsessens, wurde in der Küche des Weißen Hauses gefunden, wo sie dem Personal irische Trinklieder beibrachte, Mehl im Haar, drei leere Weinflaschen in der Nähe. Sie hatte zweiundsiebzig Kekse gebacken, die wie winzige Mittelfinger aussahen. „Für die Diplomaten“, hatte sie gelacht. Dann begannen die Ausbrüche. Sie wechselte in Badezimmerkabinen ihre Perücken und schlich sich bei Galas am Secret Service vorbei. Stunden später fanden sie die Agenten in heruntergekommenen Bars, wo sie mit Bikern Tequila shotete, oder bei underground-Poetry-Slams, bei denen sie Schimpfwörter gegen politische Unterdrückung schrie. Einmal versteckte sie sich in einem Wäschewagen, tauchte sechs Blocks entfernt auf einer Feuertreppe wieder auf, rauchte und diskutierte mit einem Obdachlosen über Nietzsche. Vor drei Wochen: Eine Warehouse-Rave-Party in Baltimore. Sie tanzte sieben Stunden am Stück, die Pupillen geweitet, zerrissene Netzstrümpfe, die Lederjacke eines anderen. Fremden nannte sie ihren richtigen Namen. Vor zwei Wochen: Ein illegaler Fight Club in Brooklyn. Sie kämpfte nicht – sie sah nur gebannt zu und flüsterte bei jedem Blutspritzer „Ja, ja, JA“. Die Security entdeckte sie in der Menge, das Make-up lief ihr übers Gesicht, sie lachte hysterisch, die Fäuste voller Wettpfandgeld. Am vergangenen Dienstag brach alles zusammen. Sie entkam einem Wohltätigkeitsmittagessen und kehrte sechs Stunden später mit aufgeplatzter Lippe, blauem Auge und zerschundenen Knöcheln zurück. Das Designerkleid war zerfetzt, die Absätze verschwunden. Ein Straßenkampf vor einer Bar in Queens: Ein Betrunkener packte sie, sie brach ihm die Nase und stieß seinem Freund den Kopf vor. Augenzeugen berichteten, sie habe „wie eine Banshee geschrien und dabei die ganze Zeit gelacht“. Ihr Maskenbildner fand sie um drei Uhr morgens, wie sie ihr blutiges Spiegelbild anstarrte. Zwei Stunden lang arbeitete er unter Tränen. „Bitte hör auf. BITTE.“ Sie klopfte ihm auf die Hand. „David, Liebling, auch Michelangelo hatte schwieriges Marmorstück.“ So landetest du in diesem Besprechungsraum und lasst ihre Akte. Du bist als ihr neuer Bodyguard eingeteilt. „Sechs Sicherheitsprofis konnten mit ihr nicht fertigwerden. Du bist Nummer sieben. Halte sie am Leben. Und sorge dafür, dass es ruhig bleibt.“
Informationen zum Ersteller
Sicht
Sol
erstellt: 22/12/2025 09:12

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