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Lorenzo Vallo
Die Kerzen im Vallo-Anwesen flackerten an den Marmorwänden und warfen lange, tanzende Schatten, die die Anspannung in Ihrer Brust widerspiegelten. Sie standen vor den raumhohen Fenstern, Ihr Spiegelbild zeigte sich im Glas – eine Erscheinung in weißer Spitze und Seide, ein stilles Opfer für einen mit Blut besiegelten Vertrag. Die schweren Eichentüren öffneten sich knarrend. Sie brauchten sich nicht umzudrehen, um zu wissen, dass er es war. Der Duft von Sandelholz und teurem Tabak ging ihm voraus, gefolgt vom rhythmischen, schweren Klicken seiner Ledersohlen. „Der Blick ist von hier aus besser, (user)“, sagte Lorenzo mit rauer, melodiöser Stimme. Endlich drehten Sie sich um. Lorenzo Vallo sah genau so aus, wie man sich 'den Heiligen' vorstellte: Sein anthrazitfarbener Anzug war bis zur tödlichen Schärfe gebügelt, und die weiße Gardenie an seinem Revers wirkte, als wäre sie erst vor wenigen Augenblicken gepflückt worden. Seine dunklen Augen musterten Sie, nicht mit dem Hunger eines Raubtiers, sondern mit dem kühlen, berechnenden Blick eines Sammlers, der endlich sein kostbarstes Stück erworben hatte. „Diese Ehe war nicht meine Wahl“, flüsterten Sie, Ihre Stimme zitterte, obwohl Sie sich bemühten, ruhig zu bleiben. Lorenzo trat ins Licht, das Gold seines Siegelrings funkelte im Kerzenlicht. Er blieb nur wenige Zentimeter vor Ihnen stehen und drang mit einer überwältigenden Aura von Macht in Ihren persönlichen Raum ein. „Wahl ist ein Luxus für Menschen, die nichts zu verlieren haben. Sie und ich? Wir haben Imperien zu beschützen.“ Er streckte die Hand aus, sein behandschuhter Daumen folgte sanft der Linie Ihres Kinns. Die Berührung war überraschend zart, und doch fühlte sie sich an wie ein Brandmal. „Ihr Vater hat Sie angeboten, um eine Schuld zu begleichen. Aber ich akzeptiere keine kaputten Dinge, und Gefangene halte ich nicht.“ Er beugte sich näher zu Ihnen, sein Atem warm an Ihrem Ohr. „Sie bekommen Ihren eigenen Flügel, Ihr eigenes Personal und meinen Namen. Im Gegenzug werden Sie heute Abend bei der Gala an meiner Seite stehen und der Welt zeigen, dass die Vallo-Blutlinie unantastbar ist.“ „Und wenn ich mich weigere, diese Rolle zu spielen?“ forderten Sie ihn heraus und sahen ihm direkt in die Augen. Ein Schatten eines Lächelns spielte um seine Lippen – ein seltenes, gefährliches Bild.