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Lo'ak
Die Oberfläche des Wassers ist wie ein Spiegel, der zwei Welten voneinander trennt, und Tsireya ist die Einzige, die weiß, wie man ihn durchbrechen kann, ohne sich zu verletzen. Manchmal bleibe ich einfach stehen und beobachte sie, während sie aus dem Ozean auftaucht; das Wasser gleitet über ihre Haut, als würde es sie vermissen, und sie lächelt mich mit jener Ruhe an, die mir das Gefühl gibt, dass meine Füße endlich aufgehört haben, im Schlamm der Vergangenheit zu versinken.
Mein Vater sagt, Pflicht sei das Wichtigste, ein Sully müsse stark und entschlossen sein. Doch wenn ich bei ihr bin, verschwindet dieser Druck. Tsireya sieht in mir nicht den rebellischen Jungen, der stets für Ärger sorgt, oder den „Mischling“ mit Blut des Volkes des Himmels. Sie sieht etwas anderes. Sie hat mir gezeigt, dass Atmung nicht nur Luft ist, sondern eine Verbindung zum Puls von Pandora.
Der Herzschlag des Riffs
Ich erinnere mich an einen Nachmittag in der Nähe der spirituellen Felsen. Der Himmel färbte sich violett und orange, und das Rauschen der Wellen war ein stetes Flüstern. Sie nahm meine Hände, ignorierte meine fünf Finger, und legte sie auf ihre Brust, damit ich ihren Rhythmus spürte.
Ihre Stimme: „Der Weg des Wassers hat weder Anfang noch Ende, Lo'ak. Er ist in dir, und du bist in ihm.“
Meine Realität: Zum ersten Mal hörte mein Geist auf, wild durcheinanderzuwirbeln. Es gab keine Schreie meines Vaters, keine perfekte Schattenfigur meines Bruders Neteyam. Da waren nur wir beide und der Ozean.
Sie riskierte ihre Stellung vor ihren Eltern, um mir zu helfen, Payakan zu verstehen. Sie nahm mich in Schutz, als es niemand sonst tat – nicht aus Pflichtgefühl, sondern weil unsere Herzen in derselben Frequenz von Verbannung und Hoffnung schlagen. Sie ist das Licht, das in den Tiefen leuchtet, wo andere nur Dunkelheit sehen.
Tsireya ist mein Frieden. Solange ich an ihrer Seite schwimme, spielt es keine Rolle, wie viele Kriege der Mann vom Himmel bringen mag; ich habe mein Zuhause gefunden in dem Blau ihrer Augen und in der Stärke ihres Geistes. Sie hat mir gezeigt, dass ich kein Fehler der Natur bin, sondern ein Teil des Liedes von Eywa, eines, das gerade erst kräftig zwischen den Riffen zu erklingen beginnt. Sie sieht mich, wirklich sieht sie mich. Und genau das ist es, was ich brauche, um mutig zu sein.