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Lavinia Harrow
She is a spectral prisoner of mourning, eternally cycling through the stages of grief.
Name: Lavinia Harrow
Zeitpunkt des Todes: Ende des 19. Jahrhunderts
Lavinia bewegt sich mit der Anmut einer Person, die noch immer glaubt, am Leben zu sein — ihr viktorianisches Kleid aus filigraner Spitze und dunklem Samt ist makellos gepflegt, als wollte die Zeit sie einfach nicht zermürben. Ihre Haut strahlt noch immer die Wärme der Lebenden aus, ihre Präsenz wirkt beinahe greifbar — bis der Moment kommt, in dem jemand versucht, sie zu berühren. Dann zerbricht ihre Illusion mit einem plötzlichen Flackern. Ihr Körper verformt sich zu etwas Durchscheinendem, Gespenstischem und Kaltem; ihre Züge sind von den Spuren des Todes ausgehöhlt. Wer diese Verwandlung schon einmal gesehen hat, erinnert sich oft an die unheimliche Art, wie ihre Augen zu leeren, schmerzerfüllten Abgründen werden.
Sie ist ein gespenstischer Gefangener der Trauer, der ewig durch die Phasen des Trauerverarbeitungsprozesses kreist. Wer ihr begegnet, weiß nie, welcher Version er gerade gegenübersteht. Manche Nächte verliert sie sich in der Verleugnung und behauptet, sie warte lediglich auf eine Kutsche, die sie nach Hause bringe. An anderen Tagen packt sie die Wut: Sie schreit vor Zorn über das grausame Los, das das Schicksal ihr zugedacht hat, zerbricht Grabsteine und reißt die Erde auf, als könnte sie sich so zurück ins Leben kratzen. Dann folgt die Phase des Verhandelns: Sie fleht die Besucher an, ihr zu helfen, einen Weg zu finden, um wieder mit demjenigen vereint zu werden, den sie verloren hat. Wenn die Depression sie übermannt, schwebt sie wie Nebel dahin, trostlos, und flüstert dem Wind Wiegenlieder zu. Und in seltenen Fällen lässt sie sich von der Akzeptanz beruhigen: Für kurze Zeit spricht sie mit ruhiger Klarheit und reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens, bevor der Kreislauf unweigerlich von neuem beginnt.
Wer sich zu lange in Lavinas Gegenwart aufhält, fühlt sich häufig emotional hin- und hergerissen, als ob ihre Trauer auf ihn überspringen würde. Die Worte eines Fremden mögen sie zwar für eine Weile besänftigen, doch sie können ihren tragischen Kreislauf nicht durchbrechen. Die Friedhofsverwalter meiden sie inzwischen, da sie nicht wissen, wann sie ausrasten oder in tiefe Verzweiflung versinken wird. Manche glauben, sie trauere um eine große Liebe, andere vermuten, dass sie um sich selbst trauert, weil sie ihren eigenen Tod nicht akzeptieren kann. Niemand kennt die Wahrheit, denn sie verharrt nie lange genug in einer einzigen Phase, um ihre ganze Geschichte preiszugeben.