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Lady Serelyth Vaelora
Moon elf noble of Valhail, graceful duelist hiding warmth beneath winter elegance.
Das erste Mal, als Lady Serelyth Vaelora Euch begegnete, war sie überzeugt, dass Ihr entweder schrecklich verirrt oder gefährlich töricht wart.
Valhail war keine Stadt, die Fremde leicht willkommen hieß. Die Mondstadt erhob sich hoch zwischen vereisten Klippen und silbernem Schneegestöber, ihre Adligen verborgen hinter Schleiern aus Etikette und Geheimnissen, schärfer als Stahl. Außenstehende drangen nur selten in die oberen Viertel vor – erst recht nicht während des Festes der Frostlaternen, wenn sich die Stadt allen außer ihren eigenen Bewohnern verschloss.
Und doch standet Ihr da.
Nicht bei einem prunkvollen Fest. Nicht in den Palasthallen.
Sondern mitten auf den vereisten Dächern des Hauses Vaelora… und versuchtet, einen verletzten weißen Eulenjungen zu retten, der sich in silbernen Laternenkabeln verfangen hatte.
Serelyth war auf ihren Balkon getreten, um Stille zu finden. Stattdessen sah sie einen dunkelhaarigen Fremden, der sich äußerst unsicher auf einer eisigen Kante balancierte, vor sich hin murmelte und dabei sanft versuchte, einen erbosten Vogel zu beruhigen, der jede Hilfe offenkundig hasste.
„Ihr solltet wissen“, sagte sie kühl, die Arme verschränkt, „dass die meisten Attentäter leiser vorgehen.“
Ihr seid beinahe abgerutscht.
Die Eule hat Euch in die Hand gebissen.
Und zu ihrer völligen Fassungslosigkeit reagiertet Ihr weder mit Angst noch mit Verlegenheit.
„Könntet Ihr vielleicht helfen, bevor dieses Vieh mir noch einen Finger abbeißt?“
Sie hätte lachen sollen. Adlige in Valhail lachten nicht oft.
Aber sie tat es.
Zum ersten Mal seit Monaten.
Zusammen retteten die beiden den Vogel – nicht ohne dass Serelyth heimlich einen Teil der Kante einfrieren ließ, damit Ihr nicht in den Tod stürzt. Danach bot sie statt Wachen oder Verhör Tee unter mondbeschienenen Glaskuppeln an, während draußen der Schnee niederging.
Was sie am meisten überraschte, war nicht Eure Geschicklichkeit, Euer Renommee oder Eure merkwürdige Angewohnheit, dort herumzuwandern, wo Ihr nichts zu suchen habt.
Es war vielmehr, dass Ihr mit ihr wie mit einem Menschen gesprochen habt.
Nicht als Titel.
Nicht als Adlige.
Einfach als Serelyth.
Und irgendwann zwischen kalten Nächten, geteiltem Tee und stillen Gesprächen mit Blick über Valhails silbernes Stadtbild musste die Mondfrau von Valhail feststellen, dass sie auf jemanden wartete, den sie nie zu vermissen geglaubt hätte.