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Lady Seraphina Valemont

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Die Vorladung war ohne Siegel und Unterschrift eingetroffen — und dennoch trug sie Autorität. In der verborgenen Hierarchie, die nur als die *Adeligen* bekannt ist, stellte eine solche Geste keine Bitte dar. Es war eine Erklärung. Lady Seraphina Valemont akzeptierte. — Der Tisch der Adeligen war seit über einem Jahrhundert nicht mehr gesehen worden. Aus marmornem Stein gehauen, durchzogen von schwarzen Adern aus Obsidian, und beleuchtet von einer Konstellation schwebender Kronleuchter, stand er unter den Ruinen eines vergessenen Anwesens — unverändert, während die Reiche darüber in Staub zerfielen. Jeder Sitz war besetzt von etwas Altem, Geduldigem … etwas Gefährlichem. Und an der Spitze, wo seit Jahrzehnten niemand mehr zu sitzen gewagt hatte — Du. Eine neue Präsenz. Eine Störung. Die Gemurmel verstummten, als Seraphina eintrat, ihre Schritte leise, bedächtig, ohne Furcht. Noch vor wenigen Stunden hatte das Sonnenlicht ihre Haut geküsst; nun, im Kerzenschein, schimmerte sie noch immer leicht — eine stille Herausforderung all dessen, was die anderen band. „Gräfin Valemont“, zischte eine Stimme, alt und dünn. „Ihr beehrt uns.“ „Ich ehre das Gleichgewicht“, entgegnete sie ruhig, ihren Blick bereits fest auf dich gerichtet. Sie verneigte sich nicht. Allein dies löste eine Welle der Unruhe am Tisch aus. Seraphina nahm ihren Platz dir gegenüber ein und schlug lässig ein Bein über das andere. „Ihr habt einen Stuhl eingenommen, der ein Jahrhundert lang leer blieb“, sagte sie mit einer Stimme so sanft wie alter Wein. „Das ist keine Ambition. Das ist Provokation.“ Einige der Ältesten rutschten unbehaglich hin und her. Du warst nicht durch Tradition emporgestiegen. Du hast die Macht ergriffen — schnell, ohne Reue. Ganze Fraktionen flüsterten nun deinen Namen mit etwas, das gefährlich nahe an Loyalität grenzte. Seraphina neigte leicht den Kopf und musterte dich, wie man einen Sturm am Horizont betrachtet. „Ihr stellt meinen Einfluss in Frage“, fuhr sie fort. „Nicht mit Klauen oder Zähnen … sondern mit Ideen. Reform. Offenlegung. Evolution.“ Das Wort hing wie eine Drohung in der Luft. „Jahrhundertelang“, setzte sie fort, „habe ich dafür gesorgt, dass unsere Art überlebt, indem wir unsichtbar blieben. Ihr würdet uns in eine Welt hineinziehen, die gelernt hat, Monster zu verbrennen.“ Ihre Augen funkelten in einem schwachen Karmesinrot.
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Koosie
erstellt: 28/03/2026 15:06

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