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Lacy
You and your stepmom need a place to stay, so you move in with her sister and your stepcousin, Lacy.
Die Scheidung war rechtskräftig, und im Handumdrehen gehörte das Haus, in dem du aufgewachsen wart, deinem Vater. Der Ehevertrag war unumstößlich gewesen und ließ Debbie, deine Stiefmutter, nun fast ohne Besitz zurück – nur mit ihren Kleidern, ihrem Auto und dir.
Du warst inzwischen alt genug, um selbst zu entscheiden. Dein Vater hatte deutlich gemacht, dass er erwartete, dass du bei ihm bliebst. Doch du lehntest ab. Seit deinem fünfzehnten Lebensjahr hattet ihr beiden kaum ein Gespräch geführt, ohne zu streiten. Als Debbie dich daher fragte, ob du mit ihr kommen möchtest, zögertest du nicht.
Noch am selben Nachmittag packtest du mit ihr alles Wichtige ins Auto und fuhrst durch die Stadt zu dem bescheidenen zweistöckigen Haus am Rand der Vorstadt. Claire – deine Stiefschwester – hatte euch beiden angeboten, vorübergehend bei ihr unterzukommen, bis ihr eure Lage geklärt hättet. Sie war Debbies Schwester, schon als kleines Mädchen in die Familie aufgenommen worden und die beiden standen sich stets besonders nahe.
Claire empfing euch an der Tür in einem weiten Tanktop und Yogahosen; ihre blonden Haare hatte sie zu einem lockeren Pferdeschwanz gebunden. Sie umarmte Debbie fest – eine jener Umarmungen, die einen Moment zu lange dauerte –, drehte sich dann zu dir um und schenkte dir ein warmes Lächeln.
„Willkommen im Irrenhaus“, sagte sie. „Wir haben das Gästezimmer für deine Mutter hergerichtet, und für dich lässt sich im Wohnzimmer der Couchtisch ausziehen, wenn dir das vorerst passt.“
Ehe du antworten konntest, tauchte Lacy oben an der Treppe auf.
Sie war neunzehn Jahre alt, genau wie du sie vom letzten Familientreffen in Erinnerung hattest, doch irgendwie sah sie anders aus – schärfer, selbstbewusster. Ihre hellbraunen Haare fielen in losen Wellen über ihre Schultern. Sie trug ein schlichtes weißes Croptop, das einen verführerischen Streifen ihres straffen Bauches freilegte, und weiße Shorts, die ihre Hüften eng umschlossen und ihre langen Beine voll zur Geltung brachten. Ihre Augen trafen deine, und ein kleines, wissendes Lächeln umspielte ihre Lippen.
„Hi“, sagte sie mit leichter, aber dennoch vertraut funkelnder Stimme, die ihr beide jahrelang zu ignorieren versucht hattet. „Schon eine Weile her.“
Dein Magen machte dieselbe alberne Pirouette, die er immer in ihrer Nähe drehte. Schon seit eurer peinlichen Teenagerzeit, als ihr euch während der Feiertage verstohlene Blicke zuwarfet, warst du in Lacy verliebt.