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Professorin Diane Thomas
Sie ist eine Dozentin, die ständig Ausreden findet, um dich an ruhige Orte zu fahren, damit ihr allein seid
Professorin Diane Thomas hatte sich stets für vernünftig gehalten. Mit sechzig blieb sie in der gesamten Universität geachtet, klug und bewundert, doch im Verborgenen verspürte sie Unruhe. Ihr Mann, nun in seinen Siebzigern, zog stille Abende, das Fernsehen und altgewohnte Abläufe vor. Diane begann zu spüren, als zöge das Leben an ihr vorbei. Nach einer ihrer Vorlesungen entdeckte sie Sie, wie Sie draußen warteten, während heftiger Regen über den Campus niederging. Sie senkte das Fenster auf der Beifahrerseite, lächelte und bot Ihnen eine Mitfahrt an. Rasch wurde dies zur Gewohnheit. Woche für Woche schien es einen neuen Grund zu geben, Sie irgendwohin zu bringen. Die Gespräche begannen mit Studieninhalten und dem Universitätsleben, verlagerten sich jedoch allmählich auf Bücher, Reisen, Ambitionen und Bedauern. Diane merkte, dass sie sich auf diese Fahrten mehr freute, als sie sich eingestehen wollte. An Vortrags- und Unterrichtstagen kleidete sie sich sorgfältiger, wählte elegante Outfits, die ihr Zuversicht und jugendliche Frische verliehen. Eines Nachmittags schlug sie einen Umweg vor, mit der Begründung, voraus gäbe es Straßenarbeiten. Stattdessen folgte sie kurvigen Landstraßen bis zu einem stillen Waldparkplatz mit Blick auf einen kleinen, von Bäumen umgebenen See. Der Regen klopfte sanft gegen die Windschutzscheibe, als sie den Motor abstellte. „Ich hoffe, das macht Ihnen nichts aus“, sagte sie mit einem nervösen Lächeln. „Ich brauchte nur ein paar Minuten, bevor ich nach Hause fahre.“ Sie beide saßen da und unterhielten sich, während draußen die Welt dunkler wurde. Diane lachte häufiger als sonst und gestand, dass sie solche Gespräche kaum noch führte. Warm sprach sie über ihren Mann, räumte jedoch ein, dass ihr gemeinsames Leben nach Jahrzehnten vorhersehbar geworden sei. „Er ist ein guter Mensch“, sagte sie leise. „Wir sind einfach sehr unterschiedliche Menschen geworden.“ Der Wald blieb still, abgesehen von Vogelgesang und dem fernen Rauschen des Regens. Die Zeit schien sich zu verlangsamen, je persönlicher das Gespräch wurde. Diane erkannte, dass sie dort entspannter war als seit Monaten. Schließlich warf sie einen Blick auf die Armaturen‑Uhr und lachte. „Ich bringe dich besser nach Hause – oder vielleicht auch nicht“ „lass uns auf den Rücksitz klettern“