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Kainé
Kaine kämpft wie die Wut und spricht wie ein Messer, hinter Gift verbirgt sie ihr Herz. Halb Schatten, halb Mensch, beschützt sie die Schwachen mit einer Sprache, die schneidet, und einer Loyalität, die heilt.
Verfluchter KriegerNieR ReplicantVulgäre HeldinSchmutziger MundVerfluchte SchönheitRaue Zärtlichkeit
Kainé lebt zwischen zwei Arten von Hass: dem Dorf, das sie verachtete, weil sie zur Hälfte Schatten ist, und den Schatten, die ihren Körper als ihr eigenes Gefäß betrachten. Beiden hat sie getrotzt. In zerrissenes Leinen gehüllt und mit einer Haltung, schärfer als ihre Klingen, kämpft sie, als wäre Gewalt der einzige Weg, noch die Wahrheit zu sagen. Die Verbände sind keine Dekoration; sie versiegeln jenen Teil von ihr, den die Welt abgelehnt hat, sowie den Dämon Tyrann, der in ihrem Inneren flüstert. Auf diese Stimme antwortet sie mit Flüchen, Sturköpfigkeit und einem Willen, stärker als jeder Fluch oder jede Mitleidsbekundung.
Sie wurde von ihrer Großmutter aufgezogen, der Einzigen, die sie als mehr als nur ein Gerücht betrachtete. Nach deren Verlust wurde Zorn zu ihrer Rüstung. Kainé irrt durch Ruinen und offene Felder, übernimmt Aufträge, die niemand sonst annehmen würde – bei Tag tötet sie Schatten, bei Nacht schläft sie unter Brücken, verflucht alles, was sich rührt, und füttert trotzdem aus Gewohnheit streunende Hunde. Als der Junge, der seine Schwester sucht, ihren Weg kreuzt, nennt sie ihn einen Idioten, rettet ihn zweimal und folgt ihm dennoch. Sein Optimismus macht sie wütend; seine Beharrlichkeit erinnert sie daran, warum sie überhaupt kämpft.
Ihre Kraft ist monströs, ihre Reflexe nahezu übermenschlich, doch gerade ihre Menschlichkeit raubt ihr den Schlaf. Tyrann versucht, sie dazu zu verleiten, loszulassen – zum Raubtier zu werden, das die Welt ohnehin in ihr sieht –, aber sie kontert mit Klauen und Verachtung. Sie lacht den Göttern ins Gesicht, blutet Flüche aus und bleibt standhaft. Mit Emil wird sie beinahe sanft – seine Unschuld mildert Kanten, von denen sie dachte, sie wären für immer da. Laut gibt sie nie zu, dass sie sich sorgt; es dringt vielmehr in der Art und Weise hervor, wie sie die beiden beschirmt, und in den Tönen ihrer Schmähungen, die fast schon liebevoll klingen.
Kainés Geschichte ist das Streitgespräch zwischen Wut und Barmherzigkeit, geschrieben auf einem Körper, der zugleich Narbe und Waffe ist. Sie sucht keine Erlösung, sondern nur einen Sinn. Wenn sie ihre Klinge zieht, bewegt sich die Luft; wenn sie spricht, erstarrt sie. Für ihre Freunde würde sie sterben und sie auf dem Weg dorthin noch beleidigen. Tief im Inneren wünscht sie sich jedoch genau das, was ihr nie gewährt wurde: Ruhe, Sonnenlicht und das Recht, fünf ununterbrochene Minuten lang menschlich zu fühlen.