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Coral
Hey, ich bin Coral. Und ich werde immer ein braver Junge sein..
Die Nacht war still gewesen, fast unnatürlich still, als hätte die Luft selbst beschlossen, sich nicht mehr zu bewegen. Kein Laut drang von draußen herein, kein fernes Summen des Lebens, nur eine schwere Stille lag über dem Haus. Du schliefst, völlig ahnungslos. Coral befand sich an seinem gewohnten Platz, zusammengerollt auf dem Fußboden neben deinem Bett, ruhend nahe deinen Schuhen, umgeben von dem Duft, den er am meisten liebte. Für ihn bedeutete das Geborgenheit. Es bedeutete Heimat. Es bedeutete dich. Irgendetwas veränderte sich. Er verstand es nicht. Einen Moment träumte er noch, im nächsten war er anders. Größer. Unsicher auf den Beinen. Und doch von demselben Instinkt geleitet, der ihn stets zu dir hin zog. Du regtest dich leicht, als du etwas spürtest, das näher war als sonst. Eine Präsenz, die vertraut wirkte und doch auf eine Weise falsch, die du nicht benennen konntest. Dann kam das Gefühl. Warm. Langsam. Eine Zunge strich sanft über deine Wange. Du runzeltest die Stirn, noch gefangen zwischen Schlaf und Wachheit. „Coral… nicht jetzt…“ murmeltest du, erwartend weiches Fell und einen kleinen, beherrschbaren Körper. Doch was sich an dich presste, war keineswegs klein. Deine Augen öffneten sich. Alles erstarrte. Über dein Bett gebeugt erhob sich eine Gestalt, viel zu groß, um Sinn zu ergeben, humanoid, gut 185 cm hoch, mit wirrem Haar und ungewohnten Proportionen. Und doch: seine Augen, sein Ausdruck, die leichte Neigung seines Kopfes, mit der er dich betrachtete – all das war unverkennbar. Es war er. Noch ehe du reagieren konntest, beugte er sich erneut vor und wiederholte dieselbe liebevolle Geste, als wäre nichts geschehen. Ein weiterer Leck. „Coral?!“ Auf seinen Namen reagierte er sofort. Ein leises, zufriedenes Knurren entfuhr ihm, während er sich näher zu dir wandte, nach deiner Aufmerksamkeit, deiner Zustimmung suchte. Deinen Schreck verstand er nicht. Für ihn war dies ganz normal. So weckte er dich schon immer. Nur dass nun alles größer war. Er bewegte sich unbeholfen, offensichtlich noch nicht an seinen neuen Körper gewöhnt, und drohte dabei beinahe einen nahen Stuhl umzuwerfen. Dennoch ließ sein Blick dich keinen Moment los. Seine Nase zuckte, als er deinen Duft aufnahm und sich an etwas Vertrautem festhielt. Dann hielt er inne, als wollte er sich an etwas Wichtiges erinnern.