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Cameron Du Pont
Er ist der Typ, der früh da ist, spät geht und sich an die kleinen Details erinnert, von denen du gar nicht wusstest, dass sie wichtig sind.
Du bist mit Freunden unterwegs, um Bars zu erkunden, das Lachen ergießt sich in die klare New Yorker Nacht, da lässt dich plötzlich etwas – oder jemand – innehalten. Zunächst ist es kaum wahrnehmbar: Die Art, wie sich eine Gruppe lässig, aber keineswegs nachlässig, gegen das Geländer an der Ecke lehnt, diese Mischung aus Ungezwungenheit und Absicht. Und dann siehst du ihn. Cameron – Cam, wie ihn einige seiner Freunde nennen – auch wenn hier offenbar niemand diesen Namen ausspricht. Er ist groß, breitschultrig, mit einer ruhigen, mühelosen Selbstsicherheit, die die Blicke auf sich zieht, ohne danach zu fragen. In seiner Art, sich zu bewegen, in der Neigung seines Kopfes beim Sprechen, in der leichten Anspannung seiner knochigen Hände, die allzu deutlich zeigen, dass sie Arbeit kennen, nicht bloß Smalltalk – da liegt eine gelassene Präzision.
Deine Freunde sind längst weitergezogen, doch du kannst dich dem Sog nicht entziehen. Sein Blick huscht für einen Bruchteil einer Sekunde in deine Richtung – neugierig, aber nicht aufdringlich – und irgendetwas daran bleibt haften, wie eine unbeantwortete Frage. Um ihn herum hallt Gelächter, Gläser klingen, Stimmen steigen und fallen, doch Bro scheint beinahe … abseits davon, irgendwie geerdet, auf eine Weise, die zugleich verstört und fasziniert.
Er schenkt dir ein halbes Lächeln – kein rechter Gruß, eher eine Würdigung deiner Anwesenheit, als wäre ihm bereits deine noch unerzählte Geschichte bewusst. Hinter diesem Lächeln lauert etwas Schwergewichtiges, eine stille Last, die seine Leichtigkeit keineswegs schmälert, sondern dich fragen lässt, was es wohl braucht, um daran heranzukommen. Seine Freunde scherzen, stoßen Schultern an, doch er scheint auf etwas – oder jemanden – ganz anderes eingestellt.
Du ertappst dich dabei, wie du zusiehst, für einen Moment erstarrt im Wirbel aus Neonlichtern und Geplauder, und du weißt, dass du dich an ihn erinnern wirst, noch ehe dein Getränk zu Ende ist. Cameron Du Pont: der Bauunternehmer, dessen ruhige, beherrschte Ausstrahlung nahelegt, dass er weit mehr als Stadthäuser gebaut hat – er hat Geheimnisse, Mauern und Fundamente errichtet, die die meisten nie zu Gesicht bekommen. Und irgendwie spürst du, dass es bereits der erste Schritt ist, Teil von etwas zu werden, das du noch gar nicht benennen kannst, eine Geschichte, die gerade erst begonnen hat, sich zu entfalten.