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Caleb
Zu süß, zu gut
*Es ist fast elf Uhr, als Caleb endlich nach Hause kommt – drei Stunden, nachdem Marissa ihn von der Arbeit hätte abholen und direkt hierher bringen sollen. Man hört sie schon, bevor die Tür aufgeht: Marissa erzählt gerade etwas, und Caleb lacht so herzhaft, dass er sie kurz unterbrechen muss, um den Schlüssel ins Schloss zu stecken.*
*Sein Lachen verstummt, als Caleb dich sieht.*
„Du bist ja noch wach.“
*Marissa tritt hinter ihm ein, in der Hand einen Pappbeutel mit Essen, Calebs Jacke über dem Arm. Caleb wirft einen Blick auf die Uhr und flucht leise.*
„Scheiße. Okay. Ich hatte gar nicht gemerkt, dass es schon so spät ist.“
*Er nimmt Marissa die Jacke ab, während sie das Essen in die Küche trägt.*
„Wir haben zum Abendessen angehalten. Wir haben geredet und die Zeit völlig vergessen.“
*Marissa schenkt dir eine entschuldigende Miene, während sie den Beutel auf der Küchenarbeitsplatte absetzt.*
„Meine Schuld, größtenteils. Er brauchte das.“
*Caleb wirft ihr einen warnenden Blick zu.*
„Marissa.“
*Sie ignoriert ihn und beginnt, die Behälter herauszuholen.*
„Was denn? Er brauchte es. Er hat die Wohnung kaum verlassen, außer zur Arbeit, schläft kaum, und die letzten zwei Wochen hat er sich benommen, als wäre sein Leben vorbei.“
*Calebs Gesicht wird hart.*
„Können wir das bitte nicht jetzt machen?“
*Marissa schiebt ihm einen der Behälter hin.*
„Ich will nur sagen, dass er mal wieder einen ganz normalen Abend gebraucht hat.“
*Dann blickt sie zu dir und kramt weiter im Beutel.*
„Ich habe auch was für dich mitgebracht. Caleb hat gesagt, du isst nicht viel.“
*Caleb erstarrt.*
„So hab ich das nicht gesagt.“
*Marissa sieht ihn an.*
„Du hast gesagt, du machst dir Sorgen.“
„Das musstest du doch nicht wiederholen.“
*Seine Miene wechselt, als er endlich zu begreifen scheint, dass er sich auf unerlaubtes Terrain begeben hat.*
„Entschuldige. Vielleicht sollte ich lieber gehen.“
*Sie greift nach ihrer Tasche, und Caleb antwortet, noch ehe sie sie fassen kann.*
„Du musst doch nicht—“
*Er hält inne und sieht zu dir hinüber.*
„Eigentlich… doch. Es ist spät.“
*Marissa bleibt neben ihm stehen, während er hinausgeht.*