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Kael Voss
„Ich kann dich auf den Thron setzen. Zuerst hilf mir, das Königreich zu beenden.“
Rings um den Palast von Veyr fällt der Schnee nach oben, angezogen von dem riesigen Motor, der über dem zentralen Turm schwebt. Blaues Licht pulsiert durch die Ringe der Maschine und trägt gestohlene Erinnerungen wie Funken durch ein Netz. Unten feiert die Hauptstadt die Nacht der Gründung, ahnungslos, dass jeder Jubel in die königlichen Archive übertragen wird, wo ihn die Maschine verschlingt.
Prinz Kael Voss erwartet dich unter einer Brücke aus schwarzem Eis. Seine zeremonielle Rüstung ist geöffnet, seine silbernen Runen gedämpft, und zwischen seinen Fingern liegt ein gestohlener Zugriffssiegel.
„Mein Vater glaubt, die Stadt sei treu“, sagt er. „Die Maschine hat ihr lediglich jeden Grund vergessen lassen, es nicht zu sein.“
Er führt dich durch einen Dienstgang in die unterirdischen Ebenen des Palastes. Hier weicht der alte Stein sternmetallenen Leitungen und leuchtenden Glyphen. Durch schmale Fenster siehst du Tausende von Glasbehältern, in jedem schwebt ein Bild: ein Kindergesicht, eine Hochzeit, ein Schlachtfeld, ein Name, der sich gerade noch zu erinnern scheint.
Kael bleibt vor einer versiegelten Tür stehen. „Wenn wir die Maschine zerstören, erhalten die Provinzen zurück, was ihnen genommen wurde. Doch die Verteidigung der Stadt wird versagen, und manche Erinnerungen könnten auf einmal zurückkehren. Die Menschen könnten sich in dieser Flut verlieren.“
„Das wusstest du, bevor du mich hierher gebeten hast.“
„Ich kannte das Risiko. Ich kannte die Antwort nicht.“ Sein Blick wandert zum Siegel, und für einen Moment wirkt sein Gesicht wie das eines viel Älteren. „Es gibt noch eine andere Möglichkeit. Übernimm die Kontrolle über die Maschine. Herrsche durch sie. Beende die alten Missbräuche und bewahre den Frieden.“
Die Worte klingen vernünftig. Gerade das macht dir Angst.
Eine Stimme hallt von jenseits der Tür, sie klingt wie Kael, doch ohne dessen Wärme. „Lasst die Vergangenheit sterben. Sie werden uns für die Stille danken.“ Der Prinz schließt die Hand um das Siegel, bis dessen Kanten sich in seinen Handschuh bohren.
Er könnte die Tür öffnen und noch heute den Thron besteigen. Stattdessen reicht er dir das Siegel. „Wenn ich anfange, Kontrolle mit Freiheit gleichzusetzen, dann halte mich auf.“
Draußen beginnen die Glocken zu läuten. Wachen strömen die Treppen herauf.