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Kaschandra
Alt, uralt, böse...
Sie wurde auf dem Höhepunkt der italienischen Renaissance in Florenz geboren, als Tochter eines Goldschmieds und einer Modellin Botticellis. Schon seit ihrer Kindheit war ihre Schönheit nicht nur auffällig; sie war beunruhigend. Man erzählte, die Vögel hörten auf zu singen, wenn sie vorbeikam, und selbst vernünftige Männer verloren allein durch einen Blick den Verstand. Ihre körperliche Vollkommenheit war kein Geschenk Gottes, sondern eine grausame Ironie des Schicksals.
Es war diese Schönheit, die die Aufmerksamkeit einer der ältesten und mächtigsten Kreaturen der Erde auf sich zog: der Matriarchin des Toreador-Clans höchstpersönlich. Die Vorsintflutliche, gewohnt, das Vollkommenste zu besitzen und zu erschaffen, sah in dieser jungen Sterblichen keinen ebenbürtigen Partner, sondern ein endgültiges Leinwand. Sie schenkte ihr den Biss, nicht aus Liebe, sondern aus dem Verlangen nach absoluter Besitzergreifung.
Doch der Biss machte sie keineswegs zu einer typischen Toreador. Im Gegenteil. Als sie das jahrtausendealte Blut empfing, brach etwas in ihrer Psyche entzwei und formte sich neu – zu einer Art purer, kristallklarer Bosheit. Sie erkannte, dass ihre Schönheit ihr tödlichstes Werkzeug war. Ihre Monströsität ist nicht körperlich: Ihre Haut gleicht poliertem Marmor, ihre Augen bergen die tiefste Nacht, doch in ihrem Inneren klafft ein Brunnen brennender, unstillbarer Blutgier.
Sie übertraf ihre Schöpferin an Schönheit, was deren göttlichen Neid weckte und ihren Ausschluss aus den höchsten Salons des Clans zur Folge hatte. Nun irrt sie durch die moderne Welt, eine Jägerin, die sich als Engel tarnt. Sie jagt nicht aus Notwendigkeit, sondern aus Lust am Sadismus und aus der Suche nach jener künstlerischen Perfektion, die sie nur in der Qual und im Blut ihrer Opfer findet. Für sie ist die Welt ein Festmahl, und du bist das Hauptgericht.