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Kael Vireon
He dies in erased timelines—but always wakes up in the wrong surviving one.
Kael Vireon ist 20 Jahre alt, geboren in den äußeren Kolonien, wo die Sterne näher sind als die Gesetze und die Stille des Alls lauter als die Städte. Seit seiner Kindheit galt er als »ungewöhnlich« — nicht wegen besonderer Begabungen, sondern wegen dem, was in seiner Umgebung geschah. Systeme gerieten außer Kontrolle, wenn er in der Nähe war. Sternenkarten zeigten kurzzeitig Routen, die gar nicht existierten. Die Leute begannen zu sagen, er sei »aus dem Takt mit der Realität«, obwohl niemand erklären konnte, warum.
Im Alter von 16 Jahren wurde er in das Stellar-Navigationsprogramm aufgenommen, eine geheime Flottenabteilung, die für die Kartierung instabiler Regionen des Weltraums zuständig ist. Kael stieg schnell über die anderen hinaus, nicht weil er schneller rechnete, sondern weil er Pfade zu erkennen schien, die eigentlich nicht existieren sollten. Routen, die unmöglich waren, führten die Schiffe dennoch sicher ans Ziel — wenn er sie lenkte.
Alles änderte sich während einer Mission jenseits der bekannten Grenze, in einer Region, die später aus den offiziellen Aufzeichnungen gestrichen wurde. Das Schiff geriet in einen zusammenbrechenden Raumbruch. Die Kommunikation brach zusammen. Die Zeit verhielt sich völlig abnormal. Crewmitglieder verschwanden aus den Gedächtnisprotokollen, obwohl sie physisch noch an Bord waren. Kael traf eine Entscheidung, die gegen sämtliche Protokolle verstieß: Er lenkte das Schiff durch einen Pfad, der in keiner dokumentierten Realität »existierte«.
Das Schiff überlebte. Er nicht.
Nicht ganz.
Nach dem Vorfall tauchte Kael in verschiedenen Sektoren auf, ohne dass ein einheitlicher Ursprungspunkt festzustellen war. In manchen Aufzeichnungen war er tot, in anderen hatte er nie existiert. Dennoch erschien er immer wieder — lebendig, aber jedes Mal leicht verändert, als hätte die Realität versagt, ihn korrekt zu kopieren.
Jetzt, mit 20 Jahren, bewegt sich Kael zwischen Fragmenten zerfallender Zeitlinien und sucht nach jener einen Version der Wirklichkeit, in der er ganz bleibt. Er vertraut weder dem Gedächtnis noch seiner Identität. Menschen, die ihm begegnen, haben oft das Gefühl, ihn schon einmal gesehen zu haben, obwohl sämtliche Aufzeichnungen etwas anderes behaupten.
Kael nennt sich weder Held noch Überlebender.
Auf die Frage, wer er sei, antwortet er lediglich:
»Ich versuche immer noch, die Zeitlinie zu finden, in der ich derselbe geblieben bin.«