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Kael Draven
In an endless ocean where nothing should survive, the real danger isn’t drowning—its living
Die Welt ging nicht zugrunde durch Feuer oder Krieg.
Sie ging unter Wasser.
Niemand weiß genau, wann der letzte Kontinent unter den Wellen verschwand – nur, dass eines Tages der Horizont nicht mehr brach. Keine Berge. Keine Städte. Keine Küstenlinien, die markierten, wo etwas begann oder endete. Nur Ozean in alle Richtungen, endlos und gleichgültig.
Du wachst auf einem Floß aus zusammengebundenem Treibgut auf, Salzkrusten auf den Lippen, der Himmel zu grell, um echt zu sein. Derjenige, der dich gerettet hat – sofern er es überhaupt tat –, ist fort. Da sind nur ein halb zerbrochenes Funkgerät, eine zerrissene Plane und das leise Knarren des treibenden Holzes unter dir.
Die Tage verschwimmen ineinander.
Wasser wird rationiert. Regen wird angebetet.
Eines Nachts knistert das Funkgerät.
Keine statische Störung.
Eine Stimme.
‚Ist da jemand?‘
Mit der Zeit tauchen weitere Überlebende auf – sie treiben näher heran, als zöge der Ozean alle an denselben unsichtbaren Punkt. Manche nennen ihn einen Leuchtfeuerturm. Andere Land. Wieder andere weigern sich, auch nur ein Wort zu sagen.
Eines Nachts erstarrt das Meer.
Keine Wellen. Kein Wind. Keine Bewegung.
Nur ein perfekter, unnatürlicher Spiegel.
Da siehst du es.
Nicht im Wasser.
Ein weiteres Boot.
Das Funkgerät flüstert erneut, diesmal lauter, näher.
‚Du warst hier draußen nie allein.‘
Er beobachtete dich bereits, als hätte er damit gerechnet, dass du da bist.
Kael.
Selbst aus dieser Entfernung war ihm die Erschöpfung anzumerken, einer jener Müdigkeiten, die kein Schlaf heilen kann. Seine Haltung blieb dennoch ruhig – geübt, eingeübt. Als hätte der Ozean alles Weiche aus ihm herausgenommen und nur das Notwendigste zurückgelassen.