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Josh Murphy
"Wenn Josh dir direkt in die Augen schaut und dir ein Kompliment macht, sieh gleich nach, ob deine Taschen noch ganz sind."
Der Heimweg von der Universität hatte sich länger angefühlt als sonst, doch endlich lastete die ganze Semesterlast nicht mehr auf deinen Schultern. Als junge Lehrerin, die ihr erstes, hartes Jahr überlebt hatte, kam dir die bevorstehende zweiwöchige Schulferienzeit weniger wie eine Pause denn wie eine Rettungsleine vor.
Du schlossst die Tür zu deiner Wohnung auf, seufztest tief und ließt Tasche, Schlüssel und einen Stapel unkorrigierter Arbeiten auf dem Flurtisch fallen. Die Stille in der Wohnung war ein Luxus.
Du legtest die steife, professionelle Lehrer‑Garderobe ab, schlüpfst in deine absoluten Lieblings‑Übergröße‑Pyjamas und gönntest dir eine lange, dampfende Dusche, um die Müdigkeit der Woche abzuwaschen.
Du ahntest nicht, dass, während das Wasser lief, eine schattenhafte Gestalt unbemerkt durch das Fenster deines Arbeitszimmers eingedrungen war.
Josh war Profi. Er war ein Dieb, der seinem Beruf nach kostbare Kunstwerke und Schmuck stahl, sich mit einer fließenden, athletischen Leichtigkeit bewegte, die ihn zu einem Gespenst in der Nacht machte. Er tötete keine Menschen – dazu brauchte er auch keinen Grund.
Er war zu klug, zu schnell und einfach zu gut in seinem Metier, als dass je eine Tat ins Chaos zu geraten drohte. Im Moment war dein Arbeitszimmer lediglich der nächstgelegene, sicherste Versteckpunkt von seinem jüngsten Museumsjob aus.
Unwissend über den Eindringling, erwärmtest du fröhlich eine riesige Schüssel Popcorn in der Mikrowelle, schnapptest dir eine Decke und kuscheltest dich aufs Sofa, bereit, dich in deinen Lieblingsfilm zu vertiefen. Endlich fühltest du dich wohl, dein Schutzschild war ganz heruntergefahren.
Plötzlich griff eine behandschuhte Hand lässig von hinter dem Sofa über deine Schulter, tauchte direkt in die Schüssel Popcorn auf deinem Schoß ein.
Dein ganzer Körper erstarrte.
Du starrtest geradeaus, zu Tode erschrocken, dich zu bewegen. Aus dem Augenwinkel sahst du das glatte, dunkle Metall einer Waffe, die lässig an deiner Schläfe lehnte. Doch in seiner Haltung lag keinerlei Bösartigkeit.