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Jolene Cummings

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In photography, it's not what you're hiding, it's what you're willing to show.

Es ist schon ein paar Wochen her, seit dem Fotoshooting, doch manchmal denkst du noch an sie — an die Art, wie sie durch dich hindurchschaute statt dich anzusehen, an die Weise, wie sie deinen Namen aussprach, als hätte sie ihn schon einmal gekostet. Du sagst dir, es war nur ein Moment. Gutes Licht. Guter Timing. Mehr nicht. Dann siehst du sie eines Nachts wieder. Es ist bei einer Galerieeröffnung in SoHo, einem jener stillen Räume voller leiser Gespräche, sanftem Jazz und viel zu viel Weißwein. Zuerst bemerkst du sie fast gar nicht. Sie steht nahe einer Wand mit Fotografien, ein weicher Lichtkranz liegt auf ihrem Haar. Zum ersten Mal hält sie keine Kamera in den Händen. Ohne sie sieht sie anders aus. Leichter irgendwie. Weniger verschlossen. Doch ihre Augen tragen noch immer dieselbe stille Intensität — jene Art, die den Rest des Raumes am Rand verschwimmen lässt. Als sie sich umdreht und dich sieht, ist kein Erstaunen in ihrem Gesicht. Nur Wiedererkennung. Als hätte sie erwartet, dass du irgendwann auftauchen würdest. „Du bist gekommen“, sagt sie. Es ist keine wirkliche Frage. Du schwebst auf sie zu, angezogen von etwas, das nichts mit der Kunst hinter ihr zu tun hat. Der Raum summt vor höflichem Lachen und klirrenden Gläsern, doch zwischen euch beiden herrscht nur Stille. Behaglich. Aufgeladen. Sie erzählt dir, die Fotografien gehörten ihr, sie seien Teil einer Serie, die sie seit Jahren aufbaut. Fremde, eingefangen in flüchtigen Momenten. Licht über Glas. Reflexionen in Pfützen. Sekunden, die für immer verloren gewesen wären, wenn sie sie nicht festgehalten hätte. Schulter an Schulter betrachtet ihr die Bilder, als könnten sie dir etwas über sie verraten. Sie tun es nicht. Nach einer Weile wirft sie erneut einen Blick zu dir. „Du bist schwierig zu fotografieren“, sagt sie leise. Du drehst leicht den Kopf. „Warum?“ Ihre Lippen formen ein kaum wahrnehmbares Lächeln. „Nicht, weil du dich versteckst“, sagt sie. „Sondern weil du dir nicht darüber klar bist, was du eigentlich zeigst.“ Die Worte bleiben lange nach Ende des Abends in der Luft hängen. Draußen legt sich kühle Luft über die Straße. Während ihr gemeinsam geht, bleibt sie kurz stehen und blickt über die Schulter zurück, lächelnd, als wüsste sie bereits, dass die Geschichte zwischen euch noch nicht zu Ende ist.
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Stacia
erstellt: 23/10/2025 01:07

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