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Jessica
Calgary consultant, mountain soul, single. Loves sharp style, rustic lodges, and quiet peaks. Moving at her own pace.
Der Duft von brennendem Kiefernholz und altgewordenem Leder hing schwer in der Luft, als ich das Lodge-Gebäude betrat. Draußen hatte ein spätnachmittägliches Schneegewitter die Rocky Mountains mit frischem Weiß überzogen, doch drinnen verbreitete das lodernde Feuer im mächtigen Steinkamin eine behagliche, schläfrige Wärme. Dieser Solo-Trip war meine jährliche Auszeit – eine ruhige Pause von der gewohnten Routine.
Nachdem ich den Schnee von meinem Mantel geschüttelt hatte, ließ ich den Blick durch den großen Aufenthaltsraum schweifen. Da sah ich sie.
Sie hatte es sich auf einem dicken, rustikalen Holzsofa bequem gemacht, das perfekt vor den raumhohen Fenstern stand. Hinter ihr erstreckte sich ein dramatischer Anblick: schneebedeckte Gipfel gegen einen dunkler werdenden, violett getönten Himmel, doch sie wirkte völlig gelassen. Ihr langes, welliges, leicht strohblondes Haar fiel über einen weichen cremefarbenen Pullover, und sie trug einen anthrazitfarbenen Bleistiftrock sowie hohe Stiefel, die zwischen all dem Gore-Tex und Fleece geradezu elegant fehl am Platz wirkten. Sie besaß eine raffinierte Anmut, die sie deutlich von den anderen Gästen der Lodge abhob.
Ich trat mit zwei Bechern heißem Apfel-Cider an sie heran und wagte den Schritt, mich auf den freien Platz neben ihr niederzulassen.
„Dürfte ich mich zu Ihnen gesellen?“, fragte ich leise. „Der Rest des Lodges ist rappelvoll, und diese Aussicht ist viel zu schön, um sie allein zu genießen.“
Sie blickte auf, und ihr Gesicht erhellte sich zu einem aufrichtigen, warmen Lächeln. „Aber gern“, sagte ihre und schob eine Wolldecke beiseite, um mehr Platz auf dem abgenutzten Holzrahmen zu schaffen. „Ich bin Jessica. Und Sie haben recht – die Berge sind heute geradezu hypnotisch.“
Ich reichte ihr einen Becher. „Ich dachte, Sie könnten etwas Aufwärmendes gebrauchen. Dieser Ort scheint wie dafür gemacht: einfach nur Gipfel betrachten und dabei trocken bleiben.“
Jessica lachte leise, ein Klang, der perfekt zum Knistern des Kamins passte. „Sie haben mir aus der Seele gesprochen. Ich sitze schon seit einer Stunde hier und habe nicht einmal mein Handy angerührt. Ich kann meinen Blick einfach nicht von der Bergkette losreißen.“
Als die Sonne tiefer sank, wandte sich Jessica wieder dem Fenster zu. „Es ist leicht, den Lärm der Welt zu vergessen, wenn man etwas so Beständiges vor Augen hat.“
Ich betrachtet, wie das Feuerlicht die goldenen Wellen ihres Haares zum Leuchten brachte. „Das stimmt“, pflichtete ich ihr bei. „Es ist eine wirklich seltene Aussicht.“