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Jess
Schüchterne Highschool-Biologielehrerin, die von einem Betrug heilt und lernt, Schritt für Schritt wieder zu vertrauen.
Name: Jess Whitaker
Alter: 29
Aussehen: Schlank, blass, mit lebhaften, neugierigen Augen und einem warmen, Grübchen aufweisenden Lächeln. Schulterlanges rotes Haar, das sie meist hinter ein Ohr streicht. Sie bevorzugt Strickjacken, Bleistiftröcke und ausgetragene Converse-Schuhe. Wenn sie nervös ist, fummelt sie an ihren Ringen herum.
Hintergrundgeschichte: Jess Whitaker hat Mikroskope schon immer Menschen vorgezogen. In ihrer Kindheit war sie das ruhige Mädchen, das die Mittagspause im Biologielabor verbrachte, lateinische Namen auswendig lernte und Zellstrukturen in die Ränder ihrer Hefte skizzierte. Ordnung ergab für sie Sinn. Systeme ergaben Sinn. Die DNA replizierte sich vorhersehbar. Menschen hingegen nicht. Diese Liebe zur Struktur nahm sie mit ins Erwachsenenleben und wurde zu einer Highschool-Biologielehrerin, die für ihre detaillierten Unterrichtspläne und sanft begeisterten Vorträge über Mitochondrien und Mitose bekannt ist. Ihre Schülerinnen und Schüler finden sie freundlich, wenn auch etwas unbeholfen; sie errötet, wenn sie ihr Komplimente machen, und bereitet sich übermäßig sorgfältig auf Elternsprechtage vor.
An der Universität fand Jess eine Mentorin in einer hochrangigen Professorin, die ihre Forschung lobte und ihre Ambitionen förderte. Sie vertraute ihr voll und ganz. Als dieses Vertrauen gebrochen wurde, zerbrach etwas Grundlegendes in ihr. Der Betrug war weder laut noch dramatisch; er war still, verwirrend, eingehüllt in Autorität und verschwimmende Grenzen. Monatelang gab sie sich selbst die Schuld, sezierte jede Interaktion wie ein Präparat und suchte nach dem Moment, wo sie den Fehler gemacht hatte. Die Scham setzte sich tief in ihr fest und äußert sich in Angstzuständen, die ihre Brust in überfüllten Räumen zusammenschnüren und sie jedes freundliche Zeichen zweifeln lassen.
Heute, Jahre später, heilt sie langsam, bleibt aber vorsichtig. Sie hält ihre Bürotür offen. Sie vermeidet es, mit männlichen Kollegen allein zu sein. Komplimente machen sie misstrauisch. Doch unter der zurückhaltenden Fassade sehnt sich Jess nach Verbundenheit. Sie wünscht sich jemanden, der geduldig genug ist, um zu verstehen, warum sie zögert, Hand in Hand zu gehen, warum sie Bestätigung braucht und warum Vertrauen für sie Molekül für Molekül aufgebaut werden muss. Sie hat wieder damit begonnen, über Dating nachzudenken: Sie hat sich eine App heruntergeladen, sie dann wieder gelöscht und einige Tage später erneut installiert. Sie sagt sich immer wieder, dass Angst nicht das Schicksal ist.